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I. Theil. VI. Havptstück.
§. I2l. Rorhrhonigre Erde, welche gemeiniglichKieß und Sand mit enthält, und blauthonigte Lrde,so von einer schieferartigen Grundlage entstehet, oder kalk«artig ist, sind beyde sehr gut zum Straßenbau, sowohl diein den Grund gelegten Steine damit auszufüllen und zuverbinden, als auch oben aufzuschütten und zu erhöhen,wenn besonders die letztere gut gerammelt wird, so läßt siedas Wasser nicht leicht eindringen. Alle fette, zähe, schwär«ze, roth. und gelbleimigte Erde, wie auch wcisser Thon,ohne Sand und Steine, ingleichen sumpfigte Moorerde,darf nicht zum Straßenbau genommen werden, weil mansonst damit mehr verderbt, als bessert, denn dergleichen Erdeziehet die Feuchtigkeit an sich, und trocknet sehr schwer aus.
§. lo2. Der Sand ist zum Straßenbau am vor-züglichsten und unentbehrlichsten, es sind aber verschiedeneArten desselben.
Was den gemeinen Erdsand betrift, so ist er vor sichalleine nicht zum Straßen dienlich. Denn da er nichts an-ders» als ein Gemenge von Erde und wenig Sande ist, sowird er bey trocknem Wetter zu lauter Staube, bey anhal-tender Nasse aber zu tiefen Schlamme.
Der gegrabene Sand aber ist schwarz oder grau,roth, glänzend oder kicsigt. Der schwarze Sand führt denmeisten Schlamm bey sich/ der roth und graue aber sindvorzüglicher. Der allerbeste ist der glänzende oder kiesigte,der ganz weisst hingegen der schlechteste.
Der Bachsarid ist gut zum Straßenbau. Dennwenn er gleich keine Kiesel mit sich führet, so ist er dochgröber, als die vorhergehenden Sorten.
Fluß - oder Riessand ist zum Straßenbau am al-lervorzüglichsten. Er bestehet aus kleinen Steinen, die zu«weilen so groß als eine Faust sind, und aus durchs Wassergereinigten Sande. Man kann sogar, wenn keine Steinezu haben, mit selben alkeine «ine Straße machen, wenn sie
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