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Unterricht für die Officiers, die sich zu Feld-Ingenieurs bilden, oder doch den Feldzügen mit Nutzen beywohnen wollen, durch Beyspiele aus dem letzten Kriege erläutert, und mit nöthigen Plans versehen / von Johann Gottlieb Tielke
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Vom Straßen-Bau. 6c

dere Seite damit erhöhen, bis sie höher ist. Damit aberdas vom Berge herabschießende Wasser diese Arbeit nichtwieder abschwemme, so muß man an die Seite des Wegs,wo der Berg ist, einen Graben machen, und das abschies-sende Wasser abzuleiten suchen. Bey den Krümmungenmuß man erwägen die sänge der Wagen, und mit wie vielPferden selbige bespannt sind, und darnach die Breite derKrümmung einrichten, weil sonst bey nicht genügsamerBreite des Weges der Fuhrmann entweder gar nicht her-um lenken kann, oder doch in Gefahr ist, umzuwerfen.

§. n6. In Pohlen geschiehet das Bauen der Wegegemeiniglich mit Schälhölzern, welche man Klippel. Däm-me oder Brücken nennet. Sie sind freylich nicht von gro.ßer Dauer, und öfterer Ausbesserung unterworfen. Demohngeachtet aber ist diese Art zu bauen in Wäldern, sum-pfigten Wiesen und niedrigen Gegenden, wo man das Was-ser nicht ableiten kann, wegen ihrer Geschwindigkeit immervon großem Nuhen, zumal wo man, so wie in Pohlen,Holz genug hat. Man kann sie auf zweyerley Art machen,nachdem der Boden wenig oder sehr sumpsigt ist. Im er-sten Falle legt man blos zwey Baume so weit, oder dochnicht viel weiter, als ein Wagengleis, neben einander, undfährt damit fort, so lang als der Weg werden soll, oder sow-it die sumpfigte Gegend sich erstreckt, welches in Pohlensft Meilen weit gehet. Auf diese Unterlagen oder Trägerwerden, wie schon oben beschrieben, Schälhölzer die Quere,und zwar eines dichte neben dem andern, gelegt, und diesesdurch Latten oder gespaltene dünne Baum-Stamme befesti-get, welche man die Lange auf die Enden der Kleppel legt,und hin und wieder mit hölzernen Nageln anpflöckt. Imandern Fall, wenn der Sumpf tief, und eine Brücke nachjetzt beschriebener Art zu sehr einsinken würde, legt man erststarke Baum-Stämme in die Weite von z bis 6 Ellen,nachdem man es dauerhaft machen will, der Quere, unddann erst auf solche die Träger, da denn die Brücke um die

Stärke