62 - I. Theil. VI. Hauptstück.
Starke der ersten Lage--Stamms, und mithin beträchtlichhöher wird, der übrige Bau ist wie im vorhergehenden.
§. n?. Wenn aber der Morast zu tief ist, daß alsoauch dieses nicht zureichen würde, die Brücke übern Morastoder Wasser zu bringen, so muß man starke eichene Pfahleeinrammeln, diese werden erst, so weit sie in Sumpf undErde kommen, gebrannt, um der Fäulniß besser zu wider-stehe».
tz. n8. Dergleichen Pfahle blos einzuschlagen, möch-te wohl nicht allemal hinreichend seyn. Man muß sich alsoeiner Rammel-Maschine bedienen, welche man zur Nothfolgendermaßen machen kann: Man nimmt z bis 4 Bäu-me , bindet sie oben zusammen, so daß sie unten etliche Elle»von einander abstehen, oder man verfertiget von Balken eineinem Thürengestelle ähnliches Gerüste. In beyden Falle»aber muß man, wenn der Boden sehr weich, die Balkenaus Pfosten oder Schwellen sehen. Oben in der Mittenhangt man einen Globen, und an dessen Seil einen schwe-ren breiten Kloh, welchen man mit Hülfe des GlobenS,wenn man die Maschine über den einzurammelnden Pfahlgestellt, in die Höhe zieht, und dann, so oft als nöthig, aufden Pfahl fallen läßt. Dergleichen Rammel-Maschinensind auch allen Müllern und Zimmerleuten bekannt, undkönnen von ihnen leicht verfertiget werden. Eine der leich-testen und besten findet man ausführlich in Belidors Hydrau-lik. Man kann sich auch hierzu eines Hebezeugs aus demZeuggarten bedienen.
Auf diese eingerammete Pfähle werden hernach dieTräger oder Unterlagen befestiget, und der Bau, wie ober»beschrieben, fortgesetzt.
Ist das Wasser sehr tief und sumpstgt, so daß manohne Gefahr nicht in selbiges waden, noch darinne arbeitenkann, so wird der Fluß in der Breite H rc. abgedämmt,und auf solche Art ein Joch der Brücke nach dem andern