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Unterricht für die Officiers, die sich zu Feld-Ingenieurs bilden, oder doch den Feldzügen mit Nutzen beywohnen wollen, durch Beyspiele aus dem letzten Kriege erläutert, und mit nöthigen Plans versehen / von Johann Gottlieb Tielke
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I. Theil. VI. Hauptstück.

§. i2l. Eine große dauerhafte Brücke, sie sey mitPfeilern oder Häng-und Sprengwerk, zu bauen, erforderteine Kenntniß der Zimmer-und Baukunst, nebst andererWissenschaft, und gehöret nicht in diese Abhandlung.

§. 122. Wenn man nur Bauhölzer, oder starke undhohe Baume haben kann, so kann man eine Brücke über ei-nen ziemlichen Fluß schlagen. Je mehr man Träger nimmt,und je näher man sie zusammen legt, je stärker wird dieBrücke. Diese Träger aber müssen auf beyden Seiten ent-weder eingemauert, oder sonst gut verpfählk werden. Aufselbige werden alsdenn starke Bohlen oder Balken, welchealle von gleicher Stärke, und viereckige seyn müssen, derQuere gelegt und befestiget.

H. I2Z. Ist der Fluß zu breit, daß also die Trägerwegen ihrer Lange schwanken, und nicht genug widerstehenwürden, so muß man, wie schon oben gesagt, Pfähle ein-sammeln, worauf die Träger ruhen können.

Nicht allein die Zimmerleute wissen hiermit umzuge-hen, sondern man findet auch Landleute, die einem sowohlhierinnen, als besonders im Straßenbau, vielen Unterrichtgeben, und Bortheile zeigen können, auf die man nicht ge-fallen wäre. Man muß nur nicht zu stolz seyn, gutenRath anzunehmen, sich freundlich mit diesen Leuten unterre-den, und auf gute Art, ohne ihnen seine Unwissenheit zubekennen, ihre Meynung herauslocken; denn ein alter er-fahrner Landwirth hat öfters, durch die Erfahrung, Vor-theile gelernt, auf welche der größte Theorist nicht gefallenseyn würde«