rv6 II. Theil. l. Hauptstück.
Feind am leichtesten heraufkommen kann. ?I. XXlk-XX vm. und XXX. Es würde in diesem Falle sehr thö-richt seyn, wenn ich, um ein regulaires Dcßin auszuführen,oder nicht wider die Regel zu verstoßen, einen Theil mei«neö Werks, von dem Kamme der Anhöhe zurück, oder dochso anlegen wollte, daß man aus selben dem Feind das Auf-steigen nicht verbiethen, und ihm nicht eher sehen und b-/schießen könnte, bis er auf der Anhöhe, und nur noch eint»ge wenige Schritte von unserer Brustwehr entfernt wäre. *
§. 188. Sogroß auch dieser Fehler ist, so habe ichihn doch sehr oft bey angelegten Schanzen gefunden. Viel-leicht hat man in die Entschlossenheit der Truppen ein jNgroßes Vertrauen gesetzt, und geglaubt, daß wenn der Feindauch schon an dem Rande des Grabens sey, er doch nochnichts gewonnen hakte; allein die Erfahrung kehret eö unsganz anders. Alles unerwartete und plötzliche macht ausden gemeinen Mann einen heftigen Eindruck. Derjenige,welcher seinen Feind, den er von weiten bereits entdecket undbeschießt, mit der größten Standhaftigkeit weiter vorrückenund sich nähern sieht, und ihm Fuß vor Fuß Widerstandthut, dieser wird gewiß, wenn ihm der nemliche Feind »n-vermuthet und plötzlich auf den Hals kömmt, ungeachtether Gräben und Brustwehre, die er noch vor sich hat, stn-zig werden, und wenn ihm nicht noch der vernünftige 3^spruch eines klugen und gesetzten Officiers wieder ermannet,sein Heil in der Flucht suchen.
H. 189. Wo dem Feinde der Angriff oder das Vor-rücken am leichtesten zu verwehren, oder man ihm viel Ab-bruch thun kann, dahin muß man seine Verschanzung undGegenwehr anzubringen suchen. Z. B. Man stünde amden Anhöhen oder hohen Ufer eines Flusses, welcher Fuh^im hätte, oder durchzuwaden wäre: Wenn ich nun mein
Schaut
* Hier verdient nachgelesen zu werden des Ritter Vola^Lomnwmaire übern Polybium l. Buch VII. Cap. diete: daß ein guter Rath mehr, als eine starke Armre gelt-'