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Die einzige der Vertheidigung augenscheinlich gelvordne Ver-besserung, ist der unwirkliche Vortheil, welcher aus Nichtbe-nutzung der Kunst, und aller dem Bclagrer sonst ein unwider-stehliches Uebcrgewicht dargebotn«: Hülfsmittel, entstanden.
Die wahrscheinlichste Art, den früheren Angriffsgeist herzu-stellen, würde allgemeine Wiederbelebung dieser Kunst im Mili-taire zur Folge haben. Leuchteten ihre großen Wirkungen
überall ein, so konnte die für die Vertheidigung vorgefaßte un-gcgründete Meinung nicht Eingang finden, und die Fran-zosen von ihren zahlreich befestigten Platzen nicht mehr als
billigen Nutzen ziehen. Kenntnisse solcher Art sind aber
im brittischen Heer nicht zu Hause. Die Linicnoffiziere ver-nachlaßigen das Erlernen dieses Zweiges ihres Handwerksganz, und überlassen es den Ingenieuren ausschließlich;einige weil sie dessen Aneignung zu schwer, andere nicht nöthighalten. Dies ist um so mehr zu bedauern, als die sich jetztnur auf Einzelne beschrankende Kunst, durch ihre ausgebrei-tctcre Kenntniß wahrscheinlich mehrere Verbesserungen erhal-ten würde.
Ist der Erfolg eines Belagerungöunternehmcns, das Le-ben der Truppen und ihr Ruf, oft der Umsicht eines Jn-fantcricoffiziers anvertraut, und hangt, wenn er zuni Befehlenbestimmt, von seiner Entscheidung alles ab, so entspringt ausjedem Versuch die Kunst zugänglicher oder allgemeiner zumachen, Nutzen; dafür zu wirken ist Hauptzweck dieserSchrift.
Bemüht eine glaubwürdige Darstellung der letzten Bela-gerungen zu liefern, bei nöthiger Ausführlichkeit in Ursachenund Wirkungen alle unnbthigcn Kunstausdrücke und langwei-lige!: Enzelnheiten zu meiden, zu unterrichten ohne zu ermü-den; setzt sie jeden Offizier in den Stand, sich die gehörigeKenntniß davon zu verschaffen, und führt genauer durchdachtund verstanden durch die, in den Anmerkungen darüber ent-haltene Betrachtungen, zur Natur des Fcstungsangriffs selbst.