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dein. Sobald ein solcher Kaufmann in einen Os-irog angekommen war, trakfirte er sogleich sei-nen Wirth mit einem Glase Brantewein. DieKamtschadalen sind den starken Getränken alleso leidenschaftlich ergeben , dafs es ihnen mi-ni o gl ich wird, der Verführung sich zu berau-schen, zu widerstehen. Sobald der Kamtscha-dale ein Glas Brantewein ausgetrunken har,welches ihm unentgeldlich gegeben wird, so bit-tet er auch schon um ein zweites, welches eraber schon bezahlen mufs ; bald kauft er ein drit-tes, ein viertes u. s. w. Noch hat er den Brante-wein unverfälscht getrunken; sobald er aber baldberauscht ist, giebt man ihm statt reinen Brante-weins nur mit Wasser vermischten. Damit in-defs der Betrug desto sicherer geschehen kann,so haben die Kaulleure die Gefäfse, in welchensie den Brantewein führen, Fliiiga in Kam tschatka genannt, in zwei Tlieile gelheilt; in derkleinern Hälfte haben sie nnvermischien Brante-wein, in der gröfsern den gemischten. DerKaufmann fährt jetzt so lange fort, dem Kam-
tschadalen von dem schwachem Getränke y.u ge-ben , bis dieser endlich sinnlos hinfälJf, woraufjener ohne Umstände seinen ganzen Vorralh vonZobeln und andern Fellen nimmt, vorgebend,sich für die Menge des getrunkenen Branieweinsbezahlt zu machen. So verliert der Kamtscha-dale in einem unglücklichen Augenblicke denLohn seiner seit Monaten gehabten Mühe undArbeit, und statt sich mit Pulver und Blei, Mehl