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Geschwindigkeit hat man also kein besseres Mittel, alsdabei praktische Versuche zum Grunde zu legen, und diemancherlei Verfahrungsarten dabei sollen in folgenden §§gezeigt werden.
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Ballistisches Aendel zur Bestimmung der anfangeliehen Geschwindigkeit.
Zur Bestimmung der anfänglichen Geschwindigkeitvon Geschützkugeln von kleinem Kaliber kann man dassogenannte .ballistische Pendel benutzen, welchesRobin zuerst zur Bestimmung der Geschwindigkeit derFlintenkugeln anwendete. Die nähere Beschreibung unddetaillirte Abbildung desselben findet man in Robinsneue Grundsätze der Artillerie durch EulerBerlin i?45 Seite ,43 rc. und Fig. 2 rc. Es ist folgen-dermaßen zusammengesetzt. Ein dem Ganzen angemesse-nes Gestelle ist mit Pfannenlagern versehen, auf welchemdie eiserne dreikantige und horizontalliegcnde Achse desPendels ruht. Aus dieser Achse hängt die eiserne Pcn,delstange herab, welche unten in eine breite eiserne Platteausgeht, worauf ein starker hölzerner Block befestigt ist.Um endlich denElongationswinkel zu messen, um welchenein Stoß auf dem hölzernen Blocke den Pendel aus dervertikalen in eine schiefliegende Lage schwingt, so befe-stigt man unten am Blocke ein Band, welches sich durchdas Schwingen des Pendels aus einer dicht unter demBlocke angebrachten Fuge herauszieht, so daß der heraus,gezogene Theil des Bandes die Sehne des Elevations-winkels mißt. Man fährt nun die Kanone einige Ellenvor das ballistische Pendel und schießt eine Kugel horizon-tal gegen den hölzernen Block. Durch den Stoß derKugel auf den Block wird das Pendel zum Schwingengebracht, und aus der Sehne des Elongationswinkelsläßt sich die Geschwindigkeit der Kugel berechnen.