gewöhnlich folgenden Fehler: wenn nämlich zwei Ereig-nisse gleichzeitig oder kurz nach einander eintreten,so schließt man allzu voreilig auf einen ursächlichenZusammenhang derselben, man schließt ohne Grund,daß das eine Ereigniß die Ursache des andern sei. ZurErläuterung des Gesagten diene folgendes Beispiel: es er-scheint ein Komet und im nämlichen Jahr ereignet sich ineinem Lande ein allgemeines Unglück, Krieg, Hungersnoth,rc. und es gibt dann eine Menge Leute, welche die zwei Ereig-nisse in einen ursächlichen Zusammenhang bringen und mitprophetischer Miene sagen: „Der Komet hat das Unglückgebracht." Sie berufen sich dabei auf die Erfahrung; siehaben die drohende Ruthe am Himmel gesehen und erfahren,daß der Krieg, oder die Hungersnoth über das Land gekommenist. Es ist wahr, sie haben diese zwei Ereignisse erfahren,aber gewiß nicht den Zusammenhang, daß nämlich der Kometdas Unglück gebracht hat. Der gesunde Verstand wird dienatürliche Ursache des Unglücks bald herausfinden und bemer-ken, daß nicht alle Länder von dem Unglück betroffen worden,obwohl dieselben dem Anblick des Kometen ausgesetzt waren,daß ferner oft Kometen erscheinen ohne von einem ähnlichenUnglück begleitet zu sein, und daß oft da oder dort Unglücks-fälle eintreten ohne Kometen rc.
Dieses Beispiel wurde hier angeführt nicht umdenKomcten-Aberglauben zu widerlegen, der heut zu Tage ziemlich ver-schwunden ist; allein was nicht verschwunden ist und immer-fort neue Irrthümer und Vorurtheile erzeugt, ist die erwähntefalsche Schlußart, wobei man etwas für Erfahrung ausgibt,was bei geringer Ueberlegung sich als bloßes Hirngespinnstherausstellt. Wir werden im Laufe dieser Abhandlung mehr-mals dieser falschen Schlußart begegnen.
Wie dem Kometen, so werden auch dem Monde eineMenge Wohl- und Missethaten, gute und böse Einflüsse auf