Am 14. d. M. erfolgte die Allerhöchste Sanctiondes Neubaues eines Univcrsitätsinstitutes, dessen bis-herige Lage und räumliche Beschaffenheit bereits vorfünfzig Jahren von den Behörden als völlig unzweck-mäßig anerkannt waren. In wenigen Tagen wirdder erste Spatenstich zu einer dem heutigen Zustandeder Wissenschaft entsprechenden Sternwarte in Wien geschehen. Es sei mir gestattet, hier die vielleichtauch für weitere Kreise nicht uninteressante Geschichtedieser langwierigen Angelegenheit den Hauptumrissennach zu besprechen.
Die Wiener Sternwarte befindet sich seit mehr alseinem Jahrhunderte an ihrem gegenwärtigen Platzeauf dem ehemals der Universität gehörigen, jetzt derkais. Akademie der Wissenschaften zugewiesenen Ge-bäude. Dieselbe wurde im Jahre 1753 unter derLeitung von ?. Joseph Franz , damaligem Vorsteherder philosophischen Studien, errichtet, mit den Instru-menten ausgerüstet, die, vom Hof-Astronomen I. I.M arinoni gesammelt, nach dessen Tode derUniversität zugefallen waren, und im Jahre 1755unter die Direction von ?. Maximilian Hell ge-stellt. Wenn man sich auch heute sagen muß, daßdie so entstandene Anstalt selbst dem damaligenStandpunkte der Sternkunde nicht mehr genügte, sodarf man doch den dafür verantwortlichen Personendaraus kaum einen Borwurf machen; denn es be-durfte zu jener Zeit noch einiger und dreißig Jahre,
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