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bis das seit einem vollen Säculum in England gegebeneBeispiel angemessen gebauter Observatorien auf dem Con-tinente durchschlug und unter Zach zu Gotha imGroßen und Ganzen seinen ersten, wenn gleich inmancher Beziehung übertriebenen und darum ver-unglückten Ausdruck fand. Die Hauptlehren aber,welche wir England und namentlich Greenwich theilsdirect, theils mittelbar verdankten, bezogen sich sowohlauf die äußere Lage als auf die innere Dispositionsolcher Institute. In erster Hinsicht waren fortandie Postulate: thunlichst ruhige, von Erschütterungenund Getöse freie, durch reiche Vegetation in nächsterUmgebung vor Erhitzung des Bodens und Staubgesicherte Gegend auf mäßiger, vor Verdauung derAussicht bewahrender und durchsichtigere Luft ge-währender Anhöhe. In der zweiten Hinsicht stelltesich als Haupterforderniß möglichste Festigkeit in derAufstellung der Instrumente heraus, daher niedrige,sich nur wenig über das Erdgeschoß erhebende Ge-bäude, die eigentlich bloß als Mantel über die isolirtfundamentirten Jnstrumentenpfeiler zu dienen haben,um diese vor Einflüssen plötzlichen Tcmperaturwcchselsvon außen und unvermeidlicher Schwankungen imInnern des Hauses zu schützen. Von allen diesenForderungen war in Wien gerade das Gegentheil zurAusführung gekommen. Mitten in der volkreichenStadt, auf einem aus engen und vielbefahrencnStraßen mit drei ungewöhnlich hohen Stockwerken sicherhebenden Gebäude wurde ein Thurm von weiterenvier Stöcken errichtet, der, um die darunter liegendenMauern nicht zu sehr zu belasten, nur in seinem unterstenGelasse noch einige Festigkeit bot, während diedarüber befindlichen Theile beinahe ganz aus Fach-werk bestanden Erschütterungen aller Art, zum Ueber-