§. 1 .
Mildem ich versuche eine Zusammenstellung' der Ansichten, welche sich inden von den alten Griechen und Römern hinterlassenen Schriften über die Erdeals Himmelskörper vorfinden, zu geben, verkenne ich keineswegs die Schwierig-keit dieser Aufgabe. Die Veranlassung hiezu ward mir dadurch, dass ejnigeArbeiten über Astronomie der Alten in der Realencyclopädic des Altcrthums vonPauly meine Aufmerksamkeit diesem Gegenstände zuwandten. Der Wunsch lagnun nahe ein Gesammtbild über denselben dem Auge des Lesers aufzurollen.Zu dem Zwecke schien es mir am sachgemässesten, aus den Quellen selbst zuschöpfen, und die hierher gehörigen Stellen, so weit mir die ziemlich zerstreutliegende Literatur zugänglich war, anzuschlicssen. Eine getreue Berichterstattungverlangt die unverkürzte Vorlage des vorhandenen Materials, und gibt zugleichdem unbefangenen Leser die Mittel der Prüfung und Berichtigung in die Hand.Dicss scheint mir ausserdem der einzige Weg, dem in Frage stehenden Gegen-stand zu dienen und das Interesse für ihn, wenn er solches verdient, zu fördern.Hiebei wird es an Gelegenheit nicht fehlen, auf die Ansichten derer, welche sichbereits mit diesem Gegenstände beschäftigten, zurückzukommen und die Resultateihrer Arbeit und Mühe dankbar zu benutzen.
Eine nicht zu verkennende Schwierigkeit bei Lösung der vorliegenden Auf-gabe erwächst, wie sich aus dem Verlaufe der zu machenden Mittheilungen ergebenwird, aus dem Mangel an ausführlichen und klaren Nachrichten in der oft sehrdürftigen, oft verwirrten und verwirrenden, oft verspäteten, oft in frühere Zeit-räume zurückverlegenden Berichterstattung, und endlich auch in den oft wieder-sprechenden Notizen über die gleiche Person oder Sache, so dass häufig keinesichere Entscheidung möglich wird, wenn nicht auf andere Gründe zurück ge-griffen werden kann. Doch diess kann von der Untersuchung nicht abhalten,auch dann nicht, wenn für die Gegenwart nur ein negatives Resultat gewonnenwerden sollte. Die Zukunft löst oft Fragen, welche die Gegenwart nicht beherr-