die Grundlage für die Möglichkeit des zweiten Schrittes ist, und dass in ihmeine Schranke zu überwinden war, deren Besiegung gewiss nicht zu den kleinstenzu rechnen ist, die das Menschengeschlecht jemals auszuführen halle, und deruns vielleicht deswegen gcgenwärlig ganz unbedeutend vorkommt, weil er bereitsvollendet, nicht mehr zu vollenden ist und wir uns des Genusses des Sieges undder Anstrengung erfreuen.
Dieser bedeutende Fortschritt bestand in dem Losrcisscn von dem Zwangdes Sinnencindruckcs und Sinnentruges, welchen die äussern Erscheinungen aufdie AulTassungsweisc des Menschen übten, und den hiedurch bedingten Rück-schluss auf die wirkenden Ursachen, sowie die hierauf weiter gegründete Schluss-folgerung in der Anschauungsweise der vorhandenen Erscheinungen.
Dass das Nicdcrreisscn dieser ersten Schranke zu den schwersten Aufgabengehört, welche das Menschengeschlecht zu lösen halte, geht aus den vielen, zumThcil erfolglosen Lösungsversuchen, aus der Grösse des Zeitraums, woreinsie fielen, und aus dem langsamen Fortgänge dieser Bemühungen und namentlichaus den Schwierigkeiten hervor, die noch jetzt zu überwinden sind und künftiges scynwerden j wenn einem erwachenden Verstand der Begriff von der kugelförmigenGestalt und von dem Freischweben der F>dc im Ilimmclsraume ungeachtet desYorrathes aller hiezu nölhigen Mittel klar gemacht werden soll. Die Allen musstensich in den Besitz dieser auf Abslraction von Sinneneindrücken ruhenden Begriffedurch eigene Anstrengung einarbeiten, thaten es auch und haben gerade dadurchdie erste und schwierigste Schranke niedergeworfen.
Freilich war dieses Lossreisen nur partiell, denn zur weitern Verfolgung undVervollständigung der einmal gemachten Ausbeute fehlten ihnen einerseits dieKenntnisse und andererseits die äussern Mittel der Beobachtung. Aber der ersteund schwierigste Schritt war geschehen, und dicss Verdienst gebührt immerhindem Alterthum, wenn auch die Bemühungen zum Ziele zu gelangen imeinzelnen Falle auch noch so ungeschickt und plump waren und die Ausbeute,welche die Wissenschaft ihnen verdankt im Gegensatz zu der Gegenwart nochso unbedeutend sein mag. Das Ueberspringcn dieser Schranke ist ein nothwendigesGlied in der Entwicklungsgeschichte der Astronomie. Ohne dieses w äre die zweiteStufe, nämlich die weitere Lostrennung von der Sinnentäuschung, die Bewegungdes Erdballs um seine Axc und um die Sonne, die erst im sechszehnten Jahr-hundert zur Geltung gebracht wurde, im Altcrthum aber von Aristarch schon