Buch 
Die Vorstellungen der alten Griechen und Römer über die Erde als Himmelskörper / von Ludw. Oettinger
Entstehung
Seite
34
JPEG-Download
 

34

Wurzeln mit dem Tartarus zusammengewachsen denkt 18 ). Atlas trägt denHimmel an den Grenzen der Erde lü ), und Oceanus umslrömt die Erde 20 ).Dass dicss in einer Kreislinie geschehe, wird nicht ausdrücklich erwähnt undman hat dasselbe als in der Natur der Sache gelegen hinzunehmen. Nicht alleFinthen dieses Stromes strömen um die Erde; ein Arm, der zehnte Theil des-selben ergicsst sich in den Hades und erscheint dort als Styx , des kreisendenOkeanos Stromes älteste und den unsterblichen Göttern verhasste Tochter fTlieog.775 u. fl'.). Die nähere Beschreibung des Tartarus und Hades ist an denangeführten Stellen nachzulesen, was wir als nicht zu unserm Gegenstand gehörigübergehen. Dass hier unter Oceanus nicht der Occan oder das Meer, sondernder die Erde umlliessende Strom verstanden wird, muss als bekannt voraus-gesetzt werden. Aus den Stellen bei llomer und llesiod geht dicss klarhervor, und Ilerodot bestätigt das deutlich, 21 ) wenn er sagt, dass er keinenStrom „Okeanos ” kenne, und dass Homer und die frühem Dichter diesen Manienerfunden und in ihre Dichtungen eingeführt hatten. Er setzt diesen Strom indie dunkle Zeit der Sagen zurück. 22 )

Indem man nun auf der einen Seite den Weg der Erfahrung betrat, unddurch unternommene Reisen und Züge, durch Schillfahrt und Handel die Kennt-nisse von der Oberfläche mehr und mehr ausdehnte, wie aus Schriften derHistoriker und Geographen zu ersehen ist, bemächtigte sich auf der andern Seile

t8) ibid. 727 . 'Avzan vrctnO-tv,

Ffs (>idcu ntipvxuai xui uzory!-znin &u).uaar^g.

19) ibid. 517. "AiXug <T uyuvdv evyvv i'yei xoeneorjg vn dvdyxtjglitioaoiv tv yai/-g. ,

20) 10. 787. Ilolldv dt vtio yßovng ivornötirg,

Eg iiQH nozaitöio f>tei dtd vvx.za iiü.cnrccv,

Qxeavöio xioag‘ dexcarj <f tnl uoIqu dtdaozat.

Evvea uiv niQi yfjv zt xui evQta vdtzet Huldoorg,

Jtvrfi unyvoirß iiHyfievog eig a?a nirtzti

21) Hist. II. 23. Ov ywj ziva tyioye dt da unzaudv iQxeavov iovza. n Our<)or dt, tjTiva zwv nyoctoov ytvoidvtov nntrpzuov, doxiti) zouvofta tuyovza tg ziv noiraivtgtvttxaa&ca.

22) Mehr hierüber ist bei Ukert ' Geographie der Griechen und Römer 1. Thl. 2 Abtli.S. 8—18 nachzulesen.