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Die Vorstellungen der alten Griechen und Römer über die Erde als Himmelskörper / von Ludw. Oettinger
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stünden nicht immer gerade, sondern schief und in Winkeln geneigt, wie betrunkenu. dergl. m.

Mit der Lehre von der Kugelgestalt der Krde stand als nothwendige Folgedas Freischweben derselben als Körper im llimmelsraumc und ihr Nichl-Unter-slütztsein in Verbindung. Hieran schloss sich ferner der Begriff von der Schwer-kraft, welche von dem Mittelpunkte aus wirkend gedacht wurde, alle Dingeauf der Oberfläche der Erde anzog, feslhiell und gegen das Abfallen schützte.Alle diese Begriffe waren, wie sich später zeigen wird, im Alterthum schon be-kannt und besprochen. Sie waren aber noch nicht mit der Klarheit festgestelll,welche sie bedurften um über jeden Zw eifel weggehoben zu seyn. Wäre man imAlterthum dahin gekommen die Erde zu umschilfen, so hätte man durch Erfahrungden Beweis geliefert, dass die Erde freischwebc und nicht unterstützt scy. Daaber diess nicht geschehen war und man die Erdoberfläche nur von Indien bisan die Säulen des Herkules kannte, so war auch der Beweis des Frcischwcbensdurch den Augenschein noch nicht unwiderleglich dargelhan und cs fehlte dienöthige Sicherheit.

Von dieser Seite her wurden gewöhnlich die Fanwendungen gegen dieKugelgestalt der Erde gemacht und die aufgestellten Beweise angegriffen. Diessfindet sich z. B. bei Lucrctius (geb. !)5 v. dir.) der seinen Stoir von Epicurentlehnte, und das Irrthiimlichc der Ansichten derer zu zeigen sucht, die meinen ,y ),

15) d. rer. nat. I, 1051. In medium summa quod dicunt omnia niliAtque ideo mundi naturam Stare sine ullisIctibus externis, neque quoquain posse resolviSumma atque ima, quod in medium sint omnia nixa;

(Jpsuin si quidquam posse in se sistere credis)

Et quae pondera sunt sub terris, omnia sursumNiticr, in terramque relro requiescere posta;l't per aquas, quae nunc rerum siinulacra videmusEt simili ratione animalia sublus vagariConlendunt, neque posse e terris in loca cueliKeeidere inferiora magis, quam Corpora nostraSponte sua possint in coeli templa volare:

Illi cum videant solem, nos sidera noctisFernere, et allernis nobiscutn tempora coeliDividere, et noctes parilis agitare diebus.

Sed vanus stolidus liaec omnia ünxerit error.

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