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Johann Keppler und die Harmonie der Sphären / Vortrag gehalten im wissenschaftlichen Verein zu Berlin am 8. Februar 1862 von W. Förster
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auf diesem Gebiete noch für gering hielt; doch beschlofser dahin zu gehen, wohin Fürst und Facultät ihn sendeten.

In Steyerinark war Kepplers erste Aufgabe dieDurchführung der Gregorianischen Kalender-Verbesse-rung, gegen welche sich die übrigen lutherischen Ständenoch ein Jahrhundert länger sträubten. Schnellsten Hufaber erwarb sich der junge Matheniaticus als Prophet. Zu seinen Aintsgeschäftcn gehörte es, dein Kalenderfür Steyerinark auch die gebräuchlichen astrologischenund Wetter-Prophezeiungen hinzuzufügen. I)a fügte esder Zufall Keppler selbst spottete über die eitlenDetails dieses Geschäftes, dal's er gleich in seinemersten Kalender wunderbarlieh das Richtige traf. Erhatte einen gar erschrecklich harten Winter prophezeitund nach dem Stande der ewigen Gestirne so etwasüber die Rauerunruhen in Oesterreich gemunkelt. Undrichtig: der Winter kam, wie er nicht selten im LandeSteyermark thut, mit grimmiger Strenge, und auch dieBauern milsachteten den Ausspruch der Gestirne nichtgänzlich. So erwarb er schnell einen grofsen, dochziemlich unwillig acceptirten Ruf.

Der klare, humane Mann wul 'ste fortan wenigstensden echten Vortheil daraus zu ziehen, dals er in demGewände dieser Prophezeiungen mitunter gar verstän-dig und beweglich von der Herrlichkeit der Natur unddem Gange der öffentlichen Angelegenheiten zu denvertrauensvollen Gemüthern redete. Inzwischen wandteer seinen ganzen Eifer auf die tiefsten mathematisch-astronomischen und historischen Studien, und schonnach 3 Jahren war das llesidtat derselben ein Werkder erstaunlichsten Art, das durch seine Kühnheit undNeuheit die ganze wissenschaftliche Welt bewegte, be-