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Johann Keppler und die Harmonie der Sphären / Vortrag gehalten im wissenschaftlichen Verein zu Berlin am 8. Februar 1862 von W. Förster
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8
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titelt:Das Geheimnifs des Weltbaues. Jene Studiennun scheinen sich hauptsächlich auf das Werk des G'o-pernicus und die Werke der griechischen Astronomenund Philosophen, ganz besonders aber auf Platon unddie pythagoreische Philosophie gerichtet zu haben. Undaus dein Studium dieser Philosophie erblühte in Kepplerjene begeisterte Idee von der geometrischen Symmetrieund der arithmetischen Harmonie der Welt, welche fortander Grundzug seiner ganzen Forschung wurde und vonihm selbst stets als die Blüthe der Astronomie bezeich-net wird. Um diesen Einflufs zu verstehen, mufs mansich zunächst wieder die unermefsliche Wirkung vorAugen halten, welche das Wiedererwachen der griechi-schen Litteratur seit dem 14ten Jahrhundert auf däsmittelalterliche Geistesleben ausübte.

Als die grofsartige weltumfassende Entwickelung desgriechischen Ideen-Lebens, besonders aus des unsterb-lichen Platons Schriften, dem Abendlande zum Bewusst-sein kam, nachdem man sich Jahrhunderte lang mit demBuchstaben, aber nicht dem Geiste des Aristoteles inein blofses Netz von Begriffen eingesponnen hatte, ginges wie ein Frühlings-IIauch durch die Welt der Geister.

Das musische, das begeisterte Element neben demmathematischen in der pythagoräischen und platonischenPhilosophie, der ihr mitunter eigene Hauch intensiverSeligkeit, die feine Lichtentwickelung der Erkenntnils,bis zu welcher sich die Wärme der Symbolik bisweilensteigert, dieser ganze Ausflufs einer vom Ideal belebtenCultur contrastirte bedeutsam und machtvoll mit dereigenthümlichen Färbung des mittelalterlichen Geistes-Lebens.

Die Gluth der religiösen Begeisterung, voll hoher