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Johann Keppler und die Harmonie der Sphären / Vortrag gehalten im wissenschaftlichen Verein zu Berlin am 8. Februar 1862 von W. Förster
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also für sehr viele Standörter der Erde in ihrer Bahn,die Richtungen aufgezeichnet standen, in welchen diePlaneten gesehen worden waren.

Auch die Apparate der kaiserlichen Sternwarte imSchlosse Benach hei Prag kanten unter seine Reitling,und obgleich Kepplers schwache Augen ihm seihst nurwenige Beobachtungen erlaubten, erhielt er doch durchTychos geschickten Schwiegersohn Tengnagel nochmanche werthvolle Messung.

Wie nun Keppler aus diesen Beobachtungen eineKenntnils der wahren Bahn ableitete, dürfte sich schwerin einem Vorträge erörtern lassen.

Ich will nur das Charakteristische der neuen Me-thode hervorheben, die wir schon früher als die reinexperimentelle bezeichnet haben.

Obgleich mit einer grol'sen Zuversicht erfüllt, dal’ssich als Lösung des Problems einfache akustisch-harmo-nische Gesetze ergeben mül’sten, also in einem mensch-lichen Yorurtheil nach Art der Alten befangen, erkannteKeppler dennoch die Wahrheit der Natur selbst für diehöhere Instanz und versäumte nichts, verschwieg sichnichts, was zu einer reinen, unbefangenen Ergründungder Wirklichkeit führen konnte.

Er besafs also die höchsten Eigenschaften einesphilosophischen Forschers, er vereinigte die schwung-volle Speculation in der Theorie mit dem kühlsten Wahr-heits-Sinn in der Erfahrung, das zuversichtliche, speeu-lative Element des Alterthums mit dem meinungslosenexperimentellen der Neuzeit.

Und wenn die Phantasie etwas mächtiger in ihmwogte, als unsern Tagen experimenteller Disciplin rath-sam und erklärlich scheint, so bedenke man, dals gegen-