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Ueber die Abhängigkeit des Copernicus von den Gedanken griechischer Philosophen und Astronomen : ein Vortrag, gehalten in der öffentlichen Sitzung des Copernicus-Vereins für Wissenschaft und Kunst zu Thorn am 19. Februar 1863 / von L. Prowe
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In cincr andern Schrift den platonischen Untersuchungen

berichtet Plutarch , es haben die Arendrchung der Erde, AristarchuS und Seleucus gelehrtund zwar AristarchuS nur als Hypothese,Seleucus dagegen sie mit Beweisen belegend."

Am bedeutendsten ist eine dritte Stelle bei Plutarch in seinergelehrten und geistvollen Schrift:Bon dem Gesichte in der Mond-scheibe" (o. 4), wo derselbe mit bestimmten Worten angiebk, daßAristarch beide Bewegungen gelehrt habe:

Klage uns nur nicht gar der Gottlosigkeit an, wie Cleanihcsmeinte, daß die Hellenen AristarchuS den Sanucr anklagenmüßten, weil er. den Heerd der Welt bewege. Den» um dieErscheinungen zu retten, hatte der Mann angenommen, daßder Himmel ruhe und daß die Erde sich in einem schiefenKreise bewege und zugleich um ihre Are drehe."

Eine wichtige Bestätigung dieser Angabe des Plutarch findenwir in einer Schrift deS großen Mathematikers Archimedeö, der nurwenig später als Aristarch lebte. Eopernicus kannte diese Schrift

über die Menge deS Sandes" freilich nicht,

da sie erst einige Jahre nach seinem Tode gedruckt ist. In derselbenbeweist der scharfsinnige Mathematiker in einem geistreichen Spiele,um die Unendlichkeit der Zahl zu zeigen, es sei der Sand der Erdekeineswegs unzählbar; ja es laste sich sogar die Zahl der Sand-körner angeben, welche eine Sandkugcl von der Größe des ganzenWeltalls enthalte, selbst wen» man die Grenzen desselben so weitstecke wie Aristarch. Die Stelle lautet in wörtlicher Uebersepung:

Denn Aristarch nimmt an, baß dtc Firsterne und dieSonne keine Bewegung haben, daß die Erbe vielmehr sichin einer Kreislinie um die Sonne bewege, welche inder Mitte der Bahn sich befindet; die Firsternsphäreaber, welche um denselben Mittelpunkt mit der Sonne liegt,sei so groß, daß der Kreis, in dem seiner Meinung nach dieErde sich dreht, dasselbe Verhältniß zur Entfernung der Fir-sterne hat, wie der Mittelpunkt der Kugel zur Oberfläche."

In diesen klaren Angaben ist darüber kann kein Zweifelobwalten das heliocentrische System vorgcdeutet. Die Erde be-wegt sich um die Sonne, die Sonne steht unbeweglich im Welträumeund ist selbst einer der Firsterne. Bei dieser Klarheit, mit welcherdie Grundzüge der Copcrnicanischcn Weltordnnng von Aristarch vor-