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Ueber die Abhängigkeit des Copernicus von den Gedanken griechischer Philosophen und Astronomen : ein Vortrag, gehalten in der öffentlichen Sitzung des Copernicus-Vereins für Wissenschaft und Kunst zu Thorn am 19. Februar 1863 / von L. Prowe
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gezeichnet sind, ist es in der That höchst auffallend, daß er keinenNachfolger gehabt hat, einen unbedeutenden Astronomen, NamenSSelcucus, ausgenommen, von dem wunderbarer Weise erzählt wird,er habe das, was Aristarch nur als Hypothese vorgetragen, mathe-matisch bewiesen*). DieS ist nicht möglich, denn dem Alterthumfehlten noch alle Mittel, die heliocentrische Theorie auf induktivemWege, durch Beobachtungen, zu beweisen. Wäre dem SeleucuSüberdies ein Beweis gelungen, so würde die nachfolgende wissen-schaftliche Astronomie schwerlich bei der geometrischen Ansicht gebliebensein. Dies lst aber durchweg geschehen. Die größten Sternkundigendes Alterthums, ein HipparchoS, ein PtolemäuS, erklärten sich fürdie Unbeweglichkeil der Erde; auch alle übrigen gelehrten Männervon SvrakuS und Aleranvria blieben bei der hergebrachten Theorie,für welche Bernunftgründe und Erfahrung zu sprechen schienen.TaS geometrische System durch vorzügliche mathematische Talentewissenschaftlich begründet löste ja daS Problem der Astronomie:für jede gegebene Zeit die Arten der Himmelskörper zu bestimmen.Dasselbe war in vollständig wissenschaftlicher Form niedergelegt inder berühmten Schrift des Ptolcmäus, die wir nach der arabischenVerstümmelung gewöhnlich Almagest nennen**). DreizehnhundertJahre blieb dieses Lehrgebäude bestehen. Niemand wagte etwasWesentliches daran zu ändern. Von den Arabern, den Trägern derAstronomie im Mitielaller, wurde manche Beobachtung schärfer be-stimmt. Aber an den Fundamenten des Systems ward nicht gerüttelt.Man suchte nur die Theorie mit den Erscheinungen möglichst in

*).... 'lax uork^o»' '^(uornk^ox xai 22-lkuxox lrTreßkcxxuaax' ö zl)»'xroxo»', ä ß? ^iHkuxox xirt «Tio^aixö/lkxox. <PIut. tzusest.plston. VIll.)

**) EopernicuS konnte den griechischen Text des Ptolcmäischen Hauptwerkeserst spät benutze»; dagegen kannte er die in demselben niedergelegten Resultateder Forschungen wie die Beobachtungen der Alexandriner natürlich ganz genauaus den vorhandene» lateinischen Nebersehungen, wie wir aus der fort-währenden Bezugnahme auf PtolemäuS ersehen. Die erste griechische Aus-gabe der <re,'rr-L,x erschien I S38 mit dem Comincntare des Alexandriner

Theo». EopernicuS besaß dieselbe als Geschenk von RheticuS . Dieses Buchhat sich init der eingeschriebenen Widmung: Llarissimo viro <t. voolori dii-»:ol»0 dogeenie» >i. prseeoplori 8Ul> 6. aosrkimus irketicus a. a. bis ausunsere Tage erhalten. ES befindet sich gegenwärtig auf der UniverfitätS-Biblio-thek zu llpsala. Vgl. meine Mittheilungen aus Schwedischen Archive» undBibliotheken S. II.