Band 
Erster Band.
Seite
253
JPEG-Download
 

— 253

Salzburg nach Lambach oder Radstadt wenden würden,in die Seiten oder in den Rücken zu fallen. GeneralFeste nberg führte demnach, (iten November) wirklichsechs Grenadier- drei Füßilier-Bataillone und sechs Es-cadronen von Innsbruck nach Schwatz, um sich zu St.Johann mit der Division St. Julien, jetzt unter Feld-marschall-Lieutenant Chasteler'S Befehl, zu verbin-den. Don da sollte der Zug, über Hochfilzen und Saak-felden, nach St. Johann im Pongau fortgesetzt, unddie Vereinigung mit Szenasy's und SiegenthalsSchaaren bei Radstadt vollzogen werden. Die Schlacht-haufen in Reuti, Scharnitz, Leutasch und im Ober«Jnnthal waren einsweilen zur Vertheidigung des Bren-ners bestimmt, bis sie sich mit Hitler, wenn er i«Briren ankommen würde, vereinigen, und so insgesammtdann bei Spital an den Erzherzog Johann anschließenkönnten.

Dies war der Entwurf des Erzherzogs. Seine Be-rechnungen wurden unerwartet vereitelt.

Marschall Bernadotte ertheilte dem Generallieu-tenant Deroy Befehl, in's Tirol einzudringen. Die-ser brach (am isten November) auf. Mit ihm warendas erste, zweite, vierte und fünfte Linien-Regiment,zwei leichte Bataillone (Wetzen und Preysing), zwei Re-gimenter Dragoner (Minuzzi und Taxis) nebst dem er-forderlichen schweren Geschütz. Er bewegte sich gegenReichenhall , wahrend sein dort gelagerter Vortrab unterdem Oberstlieutenant Grafen Pompei gegen den Eng-paß des Bodenbiehls vorrückte. Dieser Paß, durch dieNatur sehr stark, daß wenige Mannschaft ihn leicht ge»gen viele Schlachthaufen vertheidigen kann, war noch«in frisches Denkmahl des schweren Verlustes, welchen