Band 
Dritter Band.
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stnng Torgau , entzogen allen übrigen Staatsbedürfnissendie nöthigen Mittel. Dafür mußten neue Anleihen ge-macht werden. Durch Vollziehung der napolconischenHandelssperre gegen England, gingen dem erschöpftenVolke die reichsten Hülfsquellen des Wohlstandes, Ge-werb und Verkehr aus. Aber der König von Sachsen ,umringt von seinen alterthümlichen Landständen und vonihnen berathen, trachtete die Uebel der Gegenwart we-nigstens zu erleichtern und in weiser Ordnung und'Wirk-samkeit der übrigen Zweige öffentlicher Verwaltung einenbessern Tag vorzubereiten. Gerne hatt' er eben so vielfür sein Gr oß h erz o gth um Warschau gethan. ESgewahrte einen Zuwachs seiner Gebiete von 2778 Geviert-meilen und 30 Millionen Gulden Einkünften. Aber dieGeld - und Papier-Noth dieses Landes endete nie; unddie wohlgemeintesten Versuche der Regierung für dasGlück des Volkes blieben eitel. Denn Napoleon be-trachtete dieses Großherzogthum, als den äussersten Vor-wall seines Reiches gegen Rußland . Da mußte stetsein Heer von 50,000 Mann schlagfertig stehen; da stetsdas Volk mit Vorspieglungen wiederkehrender Grösse desalten Polens bewegt worden. Dort mußte Danzig zurfurchtbaren Beste erhoben werden, um zugleich, wie ge-gen Rußland , gegen Preussen zn drohen.

Das Königreich Bayern, welches in dieser Zeitauf dem Flächenraum von 1770 Geviertmeilen eine Be-völkerung von 3,565,000 Seelen zählte, gut militärischbegrenzt, in sich zusammenhangend war, volle Glaubens-und Preßfreiheit genoß, und unter immer freisinnigerVerfassung lebte, die dem Volke Schutz gegen Beamten-willkühr, dem Reichen und Armen vor dem Gesetz Gleich-heit des Rechts gab, — Bayern schien im Begriff zn