bändete Truppen. Er erwartete noch Belagerungsgeschützaus Riga, aus Graudenz , ja sogar aus England. DochGeneral Rapp hatte unterdessen einen Anschlag auf dieDanziger Nehrung, um der Besatzung neue Quellen desUnterhaltes, und damit die Möglichkeit einer langemVertheidigung zu eröffnen. Er beschleunigte dazu dieAnstalten und zog am 27. April aus, warf die Russenauf allen Puncten und nahm, als Sieger, Stellung beiVogelfang. Es ist dieß eine im Werder gelegene, fünfStunden von Danzig entfernte Meyerei, welche er vierganzer Tage beibehielt, während deren er nebst 26o Ge-fangenen, an 500 Stück Hornvieh, 400 Schafe, 400Zentner Stroh und 2,300 Metzen Hafer in die Festungschaffe» ließ *). Der ganze Monat Mai ging dann ohnebemerkenswerthe Ereignisse hin.
Wahrend General Rapp alle Kräfte aufbot, sich zulanger Vertheidigung der Festung vorzubereiten, that derHerzog von Würtemberg ein gleiches, Rapp'sHoffnung zu vereiteln. Die Festung wurde von allenSeiten mit Verschanznngen umringt, welche die immermehr verstärkten Russen beschützten. Letztere zählten ge-gen Ende Mai's bei 30,000 Mann unter Waffen. Auchversuchten sie (3. Juni) einen Angriff der Posten vorStolzenberg, wurden aber abgetrieben. Noch kräftigerward ihr späterer Angriff (3. Juni) gegen die PuncteStolzenberg und Schidlitz, anfangs auch siegreich, zuletztaber unglücklich. 'Die Belagerten gewannen ihre Verlor-nen Posten wieder. Eben so wenig gelang der gleich dar-auf unternommene Angriff der Stellungen bei Aiganken-berg, so wie ein anderer (8. Juni) von drei Seiten ge-
*) Die Bayern hatten guten Theil an dieser Unternehmung.