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bemerken, daß außer dem eigenthümlichen Karakter,Welchen ein großer Mann stets seinen Schöpfungenaufdrückt, Friedrich Wilhelm auch manche, be-sonders das Ingenieur- und Artilleriewescn betreffendeEinrichtungen von den Niederländischen Truppenentlelmtc, und daß dieses noch mehr unter seinemNachfolger der Fall war.
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Ueber die Ergänzung und Organisation desHeers wahrend dieser Periode.
Die Aufgebote, welche nur auf einige Monatezusammen kamen, sagten weder der neuern Europäi schen Politik, noch der neuen Kriegskunst, noch demimmer mehr zunehmenden Kulturstand des Volkesferner zu. Das Wesen aller dieser Verhältnisse er-forderte stehende Heere, und schloß die vormaligeAufbringung der bewaffneten Macht ganz von sichaus. Am frühsten suchten sich die Städte der per-sönlichen Verpflichtung zum Kriegsdienst, und zwardurch Entrichtung einer Geldsumme, zu entziehen.Sie bezahlten vvmJahr i656 ab für jeden zu stel-lenden Mann ic> Rthlr. Wirklich nahm man vondieser Zeit an nur ihr Geld in Anspruch, wovonnunmehr die Wegekosten für das Fußvolk bezahltwurden. Die Aufgebote von den Städten sielen da-her gänzlich weg. Um so weniger konnte unter die-sen Umstanden ein Versuch fortgesetzt werden, wel-cher in den Jahren 16^4, i65o und l656 in derMark so wie in Preußen mit einer Art Aushebunggemacht ward, indem auf dem Lande von 20 Hu-ben, und in den Städten von 40 Buden oder auch