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Chronologische Uebersicht der Geschichte des preussischen Heers dessen Stärke, Verfassung und Kriege seit den letzten Kurfürsten von Brandenburg bis auf die jetzigen Zeiten / mit vielen erläuternden Zusätzen von F. v. Ciriacy
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259
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jedem Geschütz-nur ein Büchscnmeister und ein Hand-langer gerechnet werden konnte.

Man schoß aus Kanonen und Haubitzen mitKartätschen, wozu Trauben-Kartätschen genommenwurden. Au den Feld-Kanonen führte man nochStangen--Kugeln mit, welche indessen bald außerGebrauch kamen.

In der Crnstfcuerwcrkerei hatte man noch nichtsonderliche Fortschritte gemacht. Das Werfen mitdem Morticr ging äußerst langsam. Beim Ladendesselben wurde zuförderst der leere Raum der Kam-mer mit einem Pfropfen von Heu gefüttert, und dieGranate im Mortier mit Nasen verdammt, welchesviele Zeit wegnahm. Auch bediente man sich nochsehr der hängenden Mortiere. Ein Brandenburgi-scher vopfündiger hängender Mortier war 3 Fuß7^ Zoll laug, und wog an Metall 22 Jentner 12Pfund. Ward derselbe mit 8 Pfund Pulver geladenunv im° clcvirt, so warf er 3400 Schritt weit.Die 25pfündigen hängenden Mortiere waren 2 Fuß7Z Ioll lang. Karkassen, Transchcekugcln, Hebespie-gel, Granaten, glühende und Leuchtkugeln waren diedamals gewöhnlichen Ernstfcucr.

In der Regel marschirte die Artillerie entferntvom Feinde in einer besondern Kolonne, nahe dem-selben aber bei den Regimentern vertheilt. NachProportion der Anzahl Kanonen wurden die Offiziereeingetheilt. Die Kanonen fuhren dann zwischen denGrenadieren des Bataillons. Im Lager wurden sieauf dem Place d'armes, und zwar auf dem rechtenund linken Flügel der Regimenter aufgefahren. DerKommandeur jedes Regiments mußte den Offizierenund Büchsenmeistern der bei demselben befindlichen