Buch 
Chronologische Uebersicht der Geschichte des preussischen Heers dessen Stärke, Verfassung und Kriege seit den letzten Kurfürsten von Brandenburg bis auf die jetzigen Zeiten / mit vielen erläuternden Zusätzen von F. v. Ciriacy
Entstehung
Seite
260
JPEG-Download
 

s6o

Kanonen einen Platz zum Kampiren anweiftn, undauch für das Futter der Pferde Sorge tragen; dennwenn die Kanonen liegen blieben, so mußte eS derKommandeur des Ncgimentö verantworten.

Aum Gefecht formirte man auch schon auS densämmtlichen Geschützen! Brigaden, (Batterien) welcheden Regimentern zugetheilt wurden. Bemcrkcnswcrthist aber, daß besonders den Kommandeurs derLetzter«, oder überhaupt den kommandirenden Offi-zieren die Anordnungen zuili Gebrauch der Geschütze,ihre Anstellung zum Gefecht rc. oblag. Sie wußtendies nach genommener Rücksprache mit den Artillerie-Offizieren besorgen, und es wurde von ihnen ver-langt, daß, wen» solche nicht die gehörige Kenntnissebesäße», sie dieselben darin unterrichteten.

Man mußte ferner in Ueberlegung nehmen, obes nöthig war, die Kanonen während des GefechtSMit Pferden oder mit Mannschaften, oder mit beidenzugleich fort zu bringen. Sollten die Stücke mitLeuten gezogen werden, so mußte der kommandircnveOffizier erwägen, ob die gehörige Mannschaft dazubereit war; im entgegengesetzten Fall mußte ste derKonunandcur aus dem Rcgimente geben. Sie wurdedann von den Büchsenmeistern in dem Nöthigstenunterrichtet- Auch waren schon die Handlanger zurBedienung der Kanonen gehörig abgerichtet ^).

AnS allem diesen gehet bervor, daß die Artilleriedamals noch gar keine selbstsiäntige Taktik hatte,sondern ihr Gebrauch lediglich vor. der Einsicht oerkoinmandirenden Offiziere anderer Waffen abhing,

») Hennerts Beitrüge ,ur Bra.idenbunische - Krle»-:«eich:ebt«unker Lei» Kurfürsten FrieVric!» In nacbliMLsn ErstenKönig von Preußen. Berlin , 179s bn Nieolai.