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schnittenen Termins vornehmlich dazu Veranlassunggegeben hatten.
Weil aber eben der vorthcilhafteste Gebrauch deSSchicßpulvers durch die Benutzung aller Eigenthüm-lichkeiten des in der Regel gemischten Terrains be-dingt ist, so geht eben auch hieraus die Unhaltbarkeitder Pike in der Feuer-Taktik hervor.
Was nun besonders den Nutzen der Pike zumWiderstand gegen Kavallerie zu jener Zeit bei denDeutschen zweifelhaft werden liess war die in denTürkenkriegen gemachte Erfahrung, daß die türkischeKavallerie die Piken nicht scheute, und sich ihrer Sä-bel gegen dieselben sehr gut zu bedienen wußte.Dagegen fürchteten die Türken mehr das Feuer,weshalb die Kaiserlichen zuerst bewogen wurden,ihrer ganzen Infanterie Feuergewehre zu geben.Außerdem, daß die Brandenburgischen Hülfstruppengegen die Türken die nämliche Erfahrung gemachthatten, diente ihnen besonders auch die Schlacht beiFehrbellin zum Beispiel, daß die Piken das Eindrin»gen der Reiterei in die Infanterie nicht abhaltenkönnen, da der große Kurfürst mit seiner Reitereidie mit Piken bewaffneten Schwedischen Batailloneüber den Haufen geworfen hatte..
Bei den Schweden hielt sich zwar die Pike län-gere Zeit in Ansetzn. Man findet sie noch 170 cbei der Passage über die Düna , auch 1702 in derSchlacht bei Kliffow. Im Allgemeinen ist indessenhierbei zu bedenken, daß der Gebrauch des Feuer-gewehrs damals bei den Russen und Polen nochunvollkommener als anderwärts war, daher auch die
') Catinar hatte sie bei seine,» Heer in Italien schon inden Jahren ikgoabgeschaffc. H o y er Geschichte der Kriegskunst.