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Kriegskunst aus, und läßt sich auch so lange nichtwcgraisonircn, bis nicht etwa die Kunst der Zuberei-tung des Schicßpulvers selbst in die Nacht der Ver-gessenheit begraben würde. Aus diesem Gesichts-punkt sind daher auch die neuern Bemühungen zubetrachten, die Pike bei der Infanterie, gegen dennatürlichen Gang der Erfahrung, und ungeachtetdes grbßern Vertrauens wieder einzuführen, welchesder Flintentrager auf die Kugel im Lauf setzt, wo-mit er den Reiter und Pikenträgcr eher schadenkaun, als diese ihm.
Unter den bekannten Schriftstellern über die Kriegs-kunst war es Pnyseaur vorzüglich, welcher dasFeuer der Infanterie für wirksamer gegen Kavalleriehielt, als das Vorhalten der Pike.
In Frankreich verzog sich deren Abschaffung nocheine Zeitlang, weil ein ivLi angestellter Versuch, mitaufgestecktem Vajonct zu feuern, unglücklich ablief,natürlich wegen Unbehülflichkcit beim Verfahren selbst.Vauban bewirkte endlich bei der französischen In-fanterie, jedoch erst 1703 die gänzliche Abschaffungder Pike, indem er von der grbßern Wirksamkeit deSSchießgewehrs, besonders zum Widerstand gegenKavallerie überzeugt war. Auch trug der Umstandzu ihrer Abschaffung bei, daß die Pikenirer, zu wel-chen man stets die besten Leute nahm, beständig zuden Bclagerungsarbeiten gebraucht wurden, wodurchder Nachtheil entstand, daß die Bataillone zum Ge-fecht den Kern ihrer Leute entbehren mußte».
Der Marschall von Sachsen mei,te: daß die Pikebloß aus Nachlaßigkeit abgeschafft worden wäre, unddie Kriege in Italien, wegen des dortigen durch-