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Chronologische Uebersicht der Geschichte des preussischen Heers dessen Stärke, Verfassung und Kriege seit den letzten Kurfürsten von Brandenburg bis auf die jetzigen Zeiten / mit vielen erläuternden Zusätzen von F. v. Ciriacy
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sich durch das zweite Treffen durch, Und machtendann wieder Front.

UcbrigcnS verdient noch bemerkt zu werden, daßdie Schildwachcn, sobald es finster wurde, ihr Ge-wehr mit Paßkugcln laden mußten. Ob dabei dieAbsicht eines sicheren Schusses, oder eines heftigerenKnalles zuni Grunde gelegen, ist nicht recht klar.In jedem Falle würden vier Laufkugeln ini Gewehrbeiden Zwecken besser entsprechen, da im Finsternnicht gezielt, sondern nur aufs Ungefähr hingehaltenwerden kann, vier Kugeln aber eine größere Wahr-scheinlichkeit zum Treffen gewahren, und zugleich ei-nen stärker» Knall verursachen.

18.

Ueber die Bewaffnung und Fechtaktder Kavallerie.

In der Bewaffnung der Kavallerie hatte sich wah-rend dieser Periode wenig geändert. Zum Vortheilder Fcchtart läßt sich dies nicht sagen. Die immergrößere Ausbildung der Fener-Taktik war auch aufdie Reiterei übergegangen. Die frühere, aber wieschon erwähnt, bei den Brandenburgern wenig auf-gekommene Gewohnheit des Schießens griff in die-sem Zeitraum immer mehr um sich.

Im Spanischen Erbfolge - Kriege erkennt manzwar noch hin und wieder bei der Reiterei den Geistder vorigen Periode. Bei Hochstadt griff die deutscheReiterei ohne zu schießen mir dem Degen an, undschlug die französische, welche von dieser Gewohnheitabgegangen war, und das Feuer-Spstem angenommen

hatte.