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Chronologische Uebersicht der Geschichte des preussischen Heers dessen Stärke, Verfassung und Kriege seit den letzten Kurfürsten von Brandenburg bis auf die jetzigen Zeiten / mit vielen erläuternden Zusätzen von F. v. Ciriacy
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gleich die Außenwerke, und waren drauf und dranden Hauptwall zu erstürmen, wenn sie nicht Gegen,befekst erhalten hatten.

Man nahm übrigens zu den Grenadieren die be-sien, stärksten und herzhaftesten Leute. Da aber durchdiese Absonderung ein Regiment in den Fall kommenkonnte, bei vorkommenden Gelegenheiten den Kernseiner Leute zu verlieren, so nahm man noch eineZeitlang Anstand, gleich den übrigen Machten bc»sondere Grenadier -Kompagnien zu formiren. Indessensiegte endlich die Macht des Beispiels. Im Jahre1698 ward aus einem Bataillon der Leidgarde eineErenadicrgarde, 170Z ein zweites Bataillon jedesvon 5 Kompagnien, und 1708 wurden zu jeder Kom-pagnie der Füselier-Garde 60 Grenadiere errichtet.

L2.

Innere Ordnung und Mannözucht der Vran«denb urgi > eben Truppen.

Schon unter dem großen Kurfürsten fing dieMannszucht der Brandenburgischen Truppen an einMuster für die übrigen zu werden. Doch ist nichtzu läugnen, daß die Strafbcstimmungcn selbst mit-unter nrch den rohen Charakter des damaligen Zeit-alters verrathen. Hinsichtö der körperlichen Strafenverdient aber bemerkt zu werden, daß nach demVrandenburgischen Kriegesrecht, außer in wenigenFallen, Gassenlaufen, Staupen und Stockschlage alsgesetzmäßige Strafen nicht in Anwendung kamen,sondern nur von Offizieren und Unter-Offizieren auSeigner Macht, allerdings wohl durch den zuchtlosenHaufen dazu genöthigt, ausgeübt wurden; da jedoch