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Wickelten und derselben eine ganz veränderte Gestaltgaben, so schreibt sich auch von dieser Zeit die Ver-besserung des Brandenburgischcn Ingenieur-Wesen-her, zu welchem Friedrich l. eigentlich erst denvollständigen Grund legte. Der Kurfürst FriedichWilhelm hatte nur wenige Ingenieure in seinenDiensten. Diese hatten den Festungsbau in Holland gelernt und trugen daher auch die Grundsätze derNiederländer auf die Brandenburgischen Befestigun-gen über. Die Ingenieure dieser Periode haltentheils in Frankreich , theils in Holland gedient undwaren daher entweder Anhänger von Vauban ,Wie z. B- Cayard oder von Cvehorn, wie Jo-hann v. Both. Von Ersterem sind noch ProjekteZur vollkonnNnern Befestigung von Peitz und Trie-fen vorhanden, so wie von Letzten» ein Projekt zurErweiterung der Festungswerke von Berlin , weiche-nder wegen erfolgten Ablebens Friedrich I- nichtzur Ausführung kam.
Von Co ehern lernten die Brandenburger dieBcrtheidigungs- und Belagerungskunst. Sie hattenUnter ihm mehrere Festungen vertheidigt, vorzüglichNamur 1692. Es befanden sich darin ö Regimen-ter Brandenburger, welche die sogenannte von Coe-horn selbst erbaute und vertheidigte Wilhelms-Schanze besetzt hielten. Diese Vertheidigung war umso lehrreicher, als der Angriff von Vauban geleitetward, und mithin die beiden größten Genies in die-sem Theile der Kriegskunst ihre Geschicklichkcit gegeneinander in Anwendung brachten.
Vaubans Belagcrungs-Systcm machte um dieseSeit viel Aufsehen; indessen hatten es die Deutschen im Feldzuge von 1688 »och nicht angenommen. Sie