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Chronologische Uebersicht der Geschichte des preussischen Heers dessen Stärke, Verfassung und Kriege seit den letzten Kurfürsten von Brandenburg bis auf die jetzigen Zeiten / mit vielen erläuternden Zusätzen von F. v. Ciriacy
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mit seinem geraden Menschenverstände und Kriegs-geist ward der Schbpfcr der Preußischen Husaren,welchen er den Trieb einpflanzte, neben ihrer beson-dern Bestimmung zum leichten Dienst, den sie alsNebensache betrachteten, der andern Kavallerie inkeiner Hinsicht nachzustehen. Auch habe» sie denganzen 7 jährigen Krieg hindurch eine entschiedeneÜberlegenheit über alles was berittener Ungar dieß,behauptet (Besonders galt dies u. a. ,von den Re-gimentern Kleist (No. l), Iicte» (No. 2.), Möhring(No. 3 .), Werner (No. 6.) und Vclling (No. 8.)No. 3 . und 6. durften deshalb so stark seyn als siewollten.) Nichts als die Lanze der Kosacken konntesie wankend machen, und hätte sie bald gedchmü-thigt, wenn nicht zu rechter Zeit einige Offiziere un-ter ihnen aufgestanden wären, die ihnen mit wüthi-gen Beispielen, an der Spitze der scharmuzirendenTrupps abgelegt, wiesen, wie einem einzelnen Lan-zenführer der Vortheil abzugewinnen, und er her-unter zu hauen sey." Aus diesem Grunde fand mandenn auch die Einführung einer zahlreichen Pikcn-Reiterei nicht nothwendig, weshalb es bloß bei demeinzigen Regiment BoSniaken verblieb, welches mitPiken bewaffnet war, und im Laufe des 7jährigenKrieges auf die Stärke von 10 Fahnen gesetzt wurde.

Bei den trefflichen Husaren hatte Seidlitz an-gefangen zu dienen. Der 7jährige Krieg fand ihn,einen jungen Mann, an der Spitze eines Kürassicr-Regiments. Er war ein Pfcrdebändiger wie Kastvr,und ein Reiter wie Bellerophon. Wenn er in seinerGarnison an ein Thor'kam, zog die Schildwache,anstatt Schlagbaum hoch zu machen, den Querbalkenbis an die Stütze herab, und der Oberste setzte leicht