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digung des Vaterlandes bereit, doch nur dann ver-sammelt, wenn ein feindlicher Anfall oder die eigeneBildung es nothwendig macht."
Was nun den Kostenpunkt betrifft so wäre esallerdings möglich, andere Formen zu erfinde», welcheeine gleich wohlfeile Unterhaltung eines Kriegsheerszum Resultat geben würden. Sobald sie sich abervon dem Landwehr-System entfernte», würden siewieder die Kriegsmacht von dem Volksleben isoliren,und sie folglich ihrer wichtigsten Beziehungen berau-ben Das große Verdienst der beständigen Land-wehreinrichtung, so wie überhaupt der PreußischenKricgsvcrfassung besteht nämlich darin, daß sie ausdein Bedürfniß des Augenblicks und dem enthusias»mirten Geist des Volks entsprungen, nun auch inmoralischer und kriegerischer Hinsicht auf denselbenvorthcilhaft zurückwirkt, und dadurch gleiche Kraft-äußerungen wie in dem letzten Befreiungskriegverbürgt.
Aus diesem Gesichtspunkt betrachtet, bildet daherdie gegenwärtige Kriegsvcrfassung Preußens einenneuen Abschnitt in der Geschichte des Bewaffnungs,Wesens der Staaten. Es ist der dritte, welcher imKriegswesen überhaupt von Preußen ausgegangenist, wenn man sich der Kriegsverfassung FriedrichWilhelms I. und der Kriegskunst Friedrichsdes Großen erinnert. Aber diese dritte Epoche istdie wohlthätigste für das Glück der Völker, da sie dieUnheilbringende Unterhaltung großer stehender Heerevernichtet, und Eroberungskriegen von nun an einZiel gesetzt hat.