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Abhandlung über Einrichtung und Gebrauch des kleinen Gewehrs / von S. F. Seydell
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47
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Proportionirung der Gewehrläufe. 47

untern Ende des Laufes 7 Zoll; die beyden mittelstenHaste waren von den beyden Endhaften und von ein-ander in gleichem Abstände aufgefetzt.

Visir und Korn.

§. Z7.

Das Visir ist an dem kleinen Gewehr das, waSder Aussatz an dem Geschütz ist, nämlich eine Vorrich-tung,. vermittelst welcher man nach einem entferntenGegenstände dem Laufe eine solche Richtung giebt, daßdie Seele mit dem Horizonte einen größern Winkelmacht, als wenn man bloß über den glatten Lauf nachdem gegebenen Gegenstände richtet. Man nennt diesenWinkel den Elevations Erhöhungs Winkel Esist demnach das Visir nichts anders, als eine hinken andem Laufe angebrachte Erhöhung mit einem feinen Ein-schnitte, durch welchen man die Richtung des Laufesnach einem gegebenen Punkte nimmt.

Das Visir hat einen etwas starkem Lappen, alsdie Haste, besonders an Büchsen-Röhren, an welchenaußer einem feststehenden Visir noch eins oder zwey be-wegliche Vistre angebracht werden; die Breite des Lap-pens richtet sich nach der Breite der Wand des Laufes,und die Lange desselben nach der Starke, Zahl und Hö-he der beweglichen und des unbeweglichen Vifirs.

Die Höhe des Visirs läßt sich zwar für eine ge-gebene Entfernung und gleichförmige Pulverlabung prak-tisch bestimmen, und daher auch in vorkommenden Fal-len, wenn man eine Entfernung kennt oder richtig ab-schätzt, von dem Visire einen guten Gebrauch machen:da man indessen bey dem gemeinen Soldaten nicht ganzauf richtige Abschätzung der Distanzen rechnen darf, undda die Munition ihm nicht jederzeit von gleicher Güte