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Abhandlung über Einrichtung und Gebrauch des kleinen Gewehrs / von S. F. Seydell
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67
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Proportionirung der Gewehrläufe. 67

Demnach würde die Büchse mit Füge«/ so wie derL v ist, zur Ladung eine zehnmal geringere Kraft er,fordern.

Hieraus folgt also: die Krümme der Züge, ist blosin Hinsicht der Ladung betrachtet, nicht willkürlich; amallerwenigsten an Soldaten-Gewehren, mit welchenbeym Schießen nicht so viel Zeit und Kraft zur Ladungverwendet werden kann, als etwa ein Scheiben-Schütze,oder ein Jäger auf der Jagd dazu zu verwenden hat.

§. 58 .

So wie nun aus dem Vorhergehenden erhellet,daß die krümmer gezogenen Dächsen schwerer zu ladensind, als die minder krum gezogenen, so läßt sich dar-aus auch umgekehrt folgern: in einem sehr krum gezo-genen Nvhre wird die Kugel den Zügen nicht folgen,sondern dieselben überspringen, wodurch die Absicht, wel-che man mit dem gezogenen Rohre zu erreichen sucht,gänzlich verfehlt wird; denn weil bey dem Ueberspringender Züge, die Kugel Stöße bewirkt, so verliert man dieRichtung, und verfehlt den Gegenstand, nach dem manzielte. Es scheint zwar, daß man das Ueberspringender Kugel in den Zügen verhindern könne, wenn mandie Züge tief, und die Kugel so groß macht, daß sie dieZüge völlig ausfüllt; allein dieses Verfahren ist nurbis zu einer gewissen Gränze der Krümme der Züge an-wendbar; denn man wird von selbst einsehen, daß wennein Lauf von 2 Fuß Länge, Züge hätte, die sich 4, 5oder mehreremale in demselben umher wänden, die Ku-gel alsdann diesen Zügen nicht folgen kann. Ueberdießwürde bey solcher Konstruktion der Züge, die Kugel nurmit großer Gewalt in den Lauf gebracht, und also anihrer obern Seite platt, etwa wie in Fig. 6, gedrücktwerden; daß aber diese Form der Kugel für eine große

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