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Abhandlung über Einrichtung und Gebrauch des kleinen Gewehrs / von S. F. Seydell
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68
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68 Erster Abschnitt.

Schußweite und sichern Schuß sich nicht eignet, ist vonselbst einzusehen.

Wenn nun der Jäger oder Schütze ein so krum ge-zogenes Rohr auch noch in großer Kalte in Wirkungbringen soll, wobey der in dem Laufe abgesetzte Pulver-schleim augenblicklich zu Eis gerinnt, so wird es ihmunmöglich, das sehr krum gezogene, ohnehin schon schwerzu ladende Rohr , zu einem zweyten Schusse fertig .zumachen; ich habe mich selbst durch Versuche, die nurbey mäßiger Kalte angestellt wurden, hiervon überzeugt,und würde bloß aus dieser Ursache sehr krumm gezoge-ne Rohr , z. E. solche, die auf 2 Fuß Lange, Züge ha-ben, die sich mehr als Z mal im Laufe umher winden,nicht empfehlen.

Bey flachen Zügen bedarf mau weder der großenTiefe der Züge, noch der starken Kugel; indem bey die-sen schon das Pflastern so viel bewirkt, daß die Kugelden Gängen der Züge folgt.

§. 59 .

Es ist bereits §. 44. erwähnt worden, daß die Kugelaus dem krumm gezogenen Rohre gleichsam schraubenförmigdurch die Luft geht; die'Bewegung der Kugel um ihreAchse, die mit der Achse der Seele korrespcndirt, hängtvon der Krumme der Züge ab. Man wird jedoch zu-gestehen, daß diese Bewegung der Kugel um ihre Achsedurch Anwendung sehr krummer Zuge so groß werdenkann, daß sie zur Verminderung der Schußweite mit-wirkt; denn wenn die Geschwindigkeit sehr groß ist, mit -welcher sich die Kugel um ihre Achse bewegt, wird na-türlich auch der Widerstand der Luft dagegen sehr großseyn, und da die Kraft des Pulvers diesen Widerstandüberwinden muß, so ist dieser Umstand in Rücksicht der