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Abhandlung über Einrichtung und Gebrauch des kleinen Gewehrs / von S. F. Seydell
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69
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Proportionirung der Gewehrläufe. 69

Schußweite nicht unbedeutend, und auch deshalb dieKränune der Zuge nicht willkürlich.

Ich stellte im Winter 1808 auf einer ganz mitSchnee belegten Eisfläche Versuche mit zwey Büchsen an;ein Lauf hatte 2 Fuß 2 Zoll, der andere 2 Fuß 2^ ZollLange; in dem ersten betrug die Krümmung der Züge Z,in dem andern einen ganzen Kaliber. Man schoß mirbeyden Büchsen', welche ganz gleichförmig ausgekolktwaren, auf ioo, 200 und zoo Schritt, nach einer Schei-be von einzolligen Tannen-Vrettem, und bemerkte:

1. Daß die Pflaster von der langem Büchse jedes-mal in den Zügen zerschnitten, in einiger Entfernungvon der Mündung des Laufes liegen blieben; bey derkürzeren Büchse geschah dieß nicht, sondern die Pflasterblieben ganz.

2. Daß in der Scheibe, die Kugeln von der kur-zen Büchse, reine Löcher, ohne Splitter zu reißen, durch-schlugen ; mit den Kugeln aus der langrrn Büchse wardieß nicht der Fall.

Man schloß hieraus^.daß die größere Krümme derZüge in der zweyten Büchse die Ursache dieser Erschei-nung wäre. Uebrigens konnte weder die Ladung nochdas Einbringen der Kugel in den Lauf u. s. w. dieseVerschiedenheiten veranlassen.

Die größere Krümmung der Züge würde also einegeringere Schußweite geben, und wie man im gemeinenLeben sagt: nicht so scharf schießen, als die von minde-rer Krümmung der Züge.

Länge des Büchsenlaufes.

§- 60.

Die Lange des Büchsenlaufes ist eben so wenig be-stimmt, als die Zahl, Krümme, Breite, Tiefe rc. der