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Beitrag zur Geschichte des Festunsgkrieges in Frankreich im Jahre 1815, oder Tagebuch eines Ingenieur-Officiers über die Belagerungen von Maubeuge, Landrecies, Marienbourg, Philippeville, Rocroy, Givet und Charlemont durch das von ... August von Preussen befehligte Armeecorps / von L. Blesson
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174
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176 Belagerung

jour. *) ( 32 ) No. ï. sollte am Abend ihr Feuer ein-stellen. Am 8ten fing gegen 6 Uhr. (denn bis dahinherrschte ein Nebel, der uns das Vollenden der Arbeitensehr erleichterte,) ein heftiges Kanonenfeuer nach denTranscheen an; der Feind wechselte mit groben Kartät-schen und Paßkugeln ab.

Als aber die Batterien ein langsames Feuer began-nen, theilte fich sogleich das feindliche, und wandte sichsowohl nach unserem Geschütz als nach unsern Arbeiten;es verlies letztere nicht eher, als bis Las unsere auf Be-fehl des Prinzen lebhafter wurde; dann ließ auch erstder Feind seine Mortiere und Haubitzen spielen, derenFeuer ungewiß blieb, obgleich das Kanonenfeuer ziemlichgut war.

Da der Zweck der Flanken- uNd anderen Batterie-anlagen, bei Eröffnung der Parallele, besonders der ist,den moralischen Eindruck zu erhöhen, und das feindlicheGeschütz auf sich zu richten, kann das Feuer nicht schnellgenug heftig seyn; dadurch allein wird sich der Feind be-wogen fühlen, die Arbeiten ruhig fortschreiten zu lassen,und abgehalten werden, einen Ausfall zu versuchenden erhäufig während seiner Schüsse, unter dem eigenen Feuer,zu organisiren sucht. Ein lebhaftes Feuer bringt denSoldaten außer Fassung, und zwingt den Festungs-Com-mandanten, um so mehr sich auf die Vertheidigung zubeschränken, als es augenscheinlich ist, daß ein Ausfallnur sehr mörderisch für die Besatzstng seyn würde (weil

nun

*) Sämmtliche genauere Notizen über Artillerie sind v»«rHerrn Obersten von Roehl.