204 Belagerung
taillone, als Tranfcheewache aufgestellt, zur Unterstützungdienten. Mit derBesetzun^ trat daher eine Tedtcnstille,so möchte man sie in Verhältniß gegen die tumultuarischenAuftritte des Tages nennen, ein.
Der Angriff auf Ro cro y, durch feine Kühnheit undZweckmäßigkeit vielleicht einer der schönsten deü Feldzu-ges, sollte auf folgende Art fortgesetzt werden.
Zn einem vor der Parallele, und zwischen dieser undvorerwähntem Kirchhofe liegenden Garten, war eine kleineAnhöhe, die eine Bresch-Batterie aufzunehmen bestimmtwar; man sah von hier aus nemlich die Hälfte der Fut-termauer an der linken Face und Flanke der Angriffs-Bastion, und konnte durch einige in der Nacht zu erhal-tende Erhöhung des Horizonts bis zu zweidrittel derEscarpe hinunter reichen, mithin auf diese kurze Entfer-nung, ungefähr 100 Schritt, (bis hieher wurde natürlichauch eineCommunic'ationS-Tranfchee gemacht) bald Breschelegen. Letztere war, wegen der gegenüber von einer An-höhe links früher bemerkten, zwar fraisirtcn aber baldgangbar zu machenden Bresche in der Contrescarpe, vomCouronnement aus leicht zugänglich.
Nach allen Regeln der Kunst mußte also Rocroy unstreitig in Zeit von 2 mal 24 Stunden nach Eröff-nung der Transchee fallen; auch hier war mithin derwahre Angriffspunkt getroffen, denn auch ein Ausfallhätte wegen der Flanken-Batterie keinen längern Auf-enthalt verursachen können, und um so weniger, alsüberall die erforderlichen Soutientü vertheilt waren.
Unsere Absicht hatte man aber im Platze wohl er-rathen; der Commandant beeilte sich, eine ehrenvolle Ca-pitulation zu erhalten, da er wohl einsah, daß ihm nurwenige Stunden noch zur Wahl blieben, und er froh