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Betrachtungen. 255
die Bevölkerung der Staaten auch gleich seyn wird,oder im Verhältnisse der inneren Kraft.
Indem ich hier aufstelle,' daß das Gleichgewicht nurbei gleichen Kräften bestehen kann, will ich nicht sagen»daß die kleineren Staaten eine gewisse Beute der größe-ren sind, und ein Mittelstaat zwischen zwei großen ein-geengt, eine Provinz von einem der beiden werden müsse. —Das Hier gemeinte Gleichgewicht ist blos das der mo-bilen, nemlich der in das Feld rückenden Kräfte, die sichunter diesen Umständen nichts gegenseitig werden anha-ben können, uud sich, so zu sagen,; neutralisiren. — Zurbloßen Vertheidigung, zum Verhindern der Eroberung,gehört bei weitem weniger. — Befolgt ein Staat denGrundsatz, Alles in demselben zu Soldaten auszubilden,greift Alles zu den Waffen, wenn der Feind eindringt,so ist Unterjochung von einem weit an Streitkräften über-legenen Nachbarn unmöglich; denn er kann nur seinemobilen Kräfte, der Angegriffene seine ganzen Kräfteaufbieten, und das Gleichgewicht oder die Unabhängigkeitvon einander, wird, bei gleicher Uebung, auf der Gleich-heit der Streitkräste des Landes mit der mobilen Kraftseiner Gegner, beruhen. — Wobei wiederum die ver-hältnißmäßige Bevölkerung, die eö erlaubt, schneller oderlangsamer die Landwehren zusammen zu ziehen, einenleicht zu berechnenden Einfluß hat, den die Art derGränze u. s. w. wieder modisicirt.
Seit Einführung des Massenkrieges also — der, mitwenig Worten gesagt, nur in der Kunst besteht: i) diegrößte Menge Menschen zu bewaffnen; 2 ) einen großenTheil davon in der kurzmöglichsten Zeit auf einen Punktunerwartet zusammen zu ziehen; 3) augenblicklich dievor sich habende Abtheilung des Feindes zu vernichten,