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Der Befreiungs-Krieg der Katalonier, in den Jahren 1808-1814 / von H. von Staff
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günstige Wendung gegeben, als der Tod Joseph des I. Karl«die Kaiserkrone bot.

Kaiser Karl der VI. ließ seine Gemahlin, eine Prinzessinvon Braunschweig , in Barcelona , und verließ das Land fürimmer, am iy. März 1712.

Stahrenberg zog seine Truppen zusammen, um auf eng-lischer Flotte, das unglückliche Land, kastilischer Härte zu über-lassen. Die Kapitulation zur Räumung der Kaiserlichen undEngländer gab nur den Einschiffungspunkt, Tarragona inPhilipps Gewalt, die Räumenden überließen diese Stadt undihre Werke, letztere jedoch nur zerstört. Philipp der V. botunter milden Bedingungen den Kataloniern Gnade, sie erklär-ten: der kastilischen Gnade sey nicht zu trauen, Bedingungenaber ließe sich der Katalan nie gefallen.

Der Herzog von Popoli schloß im August 1713 Barce­ lona ein, wo Don Antonio de Billaroel alle Anstalten zur Ver-theidigung genommen und selbst die entferntesten Anknüpfungenzur Hülfe von Außen versucht hatte.*) Noch einmal wurdeden in Barcelona versammelten Häuptern Kataloniens derAntrag gemacht, für eine gänzliche und allgemeine Amnestie,nur das Recht der Selbstbesteuerung und der verfassungsmäßi-gen Selbsthülfe aufzugeben. Die Antwort waren die Worte:Nie freiwillig." Berwick hatte endlich im Juli 1714 dirBelagerung von Barcelona so weit getrieben, daß , nachdemdie Forts gefallen waren, schon mehrere Stürme, in neun Bre-schen des Stadtwalls, vergeblich unternommen worden waren.

Am 9. September 1714 wurde endlich ein Sturm aufalle neun . Breschen, am hellen Tage, im Angesicht der vorbe-

*) Z, B. mit den Türken.