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retteten Barcelonesen, unternommen. Auf den meisten Punk-ten vom Wall herabgeworfcn, setzten die Vertheidiger das Ge-fecht noch zwölf Stunden lang, auf das fürchterlichste imDunkel der Nacht in den Straßen fort. Das Rathhaus kapi-tulirte endlich, mit der Bedingung gänzlicher persönlicher Ver-zeihung der Unterzeichner und Schonung des Lebens allerHäupter. Da ergriff auf das neue eine wilde Wuth Volk undeingedrungene Soldaten: „mordet und brennt," erscholl esvon beiden Seiten. Andere Häupter der Stadt verlangtenam aridem Morgen, unter Blut und Trümmern, unbedingteVerze-hung für ganz Katalonien , oder den gänzlichen Unter,gang der Stadt mit allen ihren Bewohnern.
Ein neues sechsstündiges Morden und Brennen beginnt,und erst mit dem wieder anbrechenden Abend hörte aller Wi-derstand der gänzlich erschöpften Barcelonesen auf. An Män-nern war die Zahl der umgekommenen Barcelonesen, wie sichspater ergab, weit geringer, als bei dem eingedrungenen spa-nischem Heere.
Katalonien verlohr nun das alte, von jeher angestammteRecht, Waffen zu tragen; eine Kopf- und Bodensteuer wurdeeingeführt. £vi spanische General - Capitain erhielt den erstenRegierungsvorsitz, das Land mußte starke Garnisonen einneh-men und die eigene Mannschaft zu Diensten außer Landes stel-len. Nur nach und nach und im Stillen fanden die Katalansspater Mittel, alle diese Bestimmungen meist zu umgehen undweniger drückend zu machen.
Durch den Tractat von Sevilla verlohr Katalonien 1729eine starke Stütze gegen Frankreich , durch die Abtretung desCastells Bellegarde an dasselbe.
Während der Regierungen Ferdinands des VI., Carlsdes III. und in den ersten fünf Jahren Carls des I V. war Ka-