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Der Befreiungs-Krieg der Katalonier, in den Jahren 1808-1814 / von H. von Staff
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den einzigen Weg, auf dem die französische Colonne geschloßenvorgehen konnte, der Lange nach bestrichen, wurden vermehrtund vor den Augen derselben mit Kartätschen geladen.Einem solchen Benehmen des Commandanten konnten dieFranzosen nichts entgegensetzen, da sie auf keine Weise wirk-lich zu offener Gewalt schreiten dursten, die ohnehin hier gänz-lich unnütz und verderblich gewesen wäre. Als endlich aberder General-Capitain dem Don Alvarez einen schriftlichenBefehl zur Einräumung der Werke von Barcelona vorlegte,erklärte sich dieser bereit, abzuziehen; jedoch werde er nichteher das Castell räumen, oder einen Franzosen über die Brückelassen, bis er von der Zinne des hohen Wachtthurms gesehen,daß mehrere von ihm abgesendete reitende Boten, ungehindertden Llobregat pafsirt hatten, um eine von ihm aufgesetzteRechtfertigung bey der Nation öffentlich zu verbreiten.Nachdem ihm diese Bedingung erfüllt worden, verließ er imDunkel des Abends, ehe noch ein Franzose sich genähert, sei-nen festen Posten, um sich ohne Aussehen nach einer Privat-Wohnung in Barcelona zu begeben.

Am andern Tage erhielt Don Alvarez in seiner Woh-nung eine starke Wache. Um seine Freiheit zu erhalten undBarcelona verlassen zu dürfen, unterschrieb Alvarez einenRevers, mit seinem Ehrenwort sich verbindlich machend, nichtszu unternehmen, was das friedliche Verhältniß der beidenalliirten Mächte, Spanien und Frankreich , stören könnte.Er ahndete nicht, wie ihm die arglistige Auslegung diesesReverses, nachdem Spanien mit Frankreich und dem jenemvon letzterem aufgedrungenen Könige im Kriege begriffen war,das Ende seiner, bald darauf auf jGeronas Trümmern be-gründeten Heldenlaufbahn bringen werde.