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Deckung und Betreibung der Arbeit auf dem Monjui-Bergliegenden Truppen waren ohne allen Schutz gegen die Wurf-geschosse des Forts und der Stadt; sie verschmachteten, weilsie ohne den geringsten Schatten der glühendsten Sonnenhitzeausgesetzt waren, da alle hier früher gestandenen Oehlbäume,gegen 30,000 an der Zahl, von den Geronesen umgehauenworden waren. Durch die höchste Anstrengung, durch Hunger,Hitze, Mangel an gesundem Wasser und fortwährende Gefahr-riß unter den deutschen Truppen, vorzüglich unter den Wcst-phalen, eine sehr große Sterblichkeit ein. Nicht selten fandman bei der Ablösung die Posten-Stehenden vor Erschöpfungtodt hingesunken. Gras und Krauter wurden gekocht, derBast von Weinreben als Taback geraucht, und jedes Thier,dessen man habhaft werden konnte, wurde gierig verzehrt.Jeden Augenblick der Ruhe störten zahllose peinigende Insek-ten aller Art, auf dem Lager wie in der Lust.
Nicht genug aber, daß der sich verzögernde Gang derBelagerung den Truppen unter ^Veräier verderblich wurde,hatte er auch denselben Einfluß auf 8t. Cyr’s und Suchet’sfernere Plane. St. Cyr hatte die Division Souham eineStellung vor Fornelles über Tiona, Vilori bis Brunola be-ziehen lassen; Pino stand als Reserve um Angelos, währendLechi gegen den Monseny und bis Vich streifte.
Ein großer Uebelstand war es, daß die EinschließungGeronas auf der Ostseite, in dem sehr verwickelten waldigtenGebirgs - Terrain, Nach Salza und Quart hin, nicht gehörigvollendet werden konnte, indem das von vier Bergischen Kom-pagnien besetzte Kloster der heiligen Engel (die Engelsburgvon den Soldaten genannt) dazu nicht ausreichte, Bestän-dig schlichen sich hier bei Nacht beladcne Landleute nach Ge-rona durch. Das Belagerungs-Corps hatte genug zu thun.