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Der Befreiungs-Krieg der Katalonier, in den Jahren 1808-1814 / von H. von Staff
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legten. Die weißen Fahnen wehten seit dem Morgen von derZinne des Schlosses. Suchet wies alle Parlementairs zu-rück, erklärend: daß er nur dann eine Kapitulation gestattenwerde, wenn eins der Forts eingeräumt sein würde. Umi Uhr Mittags standen die Belagerungs-Truppen zumSturm geordnet, als die Spanier die Ausscnwcrke überga-ben, die Breschen ersteigen und bald darauf auch dasSchloß besetzen ließen.

Die Besatzung legte, 6 Zoo Streitfahige stark, dieWaffen nieder, um kriegsgefangen durch Arragonien nachFrankreich abgeführt zu werden. Gegen 500 Mann bliebenkrank zurück, und fast 1200 Mann waren wahrend der Ein-schließung und Belagerung umgekommen. Aus den 177 Ge-schützen der Werke waren an 20,000 Schüsse gethan worden;die Munition zu einer größeren Zahl, so wie zu einer dreifachenChargirung für Infanterie, wurde vorgefunden. Lebensmit-tel für 10,000 lann, auf beinahe drei Monate, sielen denBelagerern ebenfalls unversehrt in die Hände. Auch dieBürger waren, noch reichlich mit Vorräthen versehen, auf eineVertheidigung des Inneren der Stadt gefaßt und mit der Ka-pitulation sehr unzufrieden. Nicht unverdient wurden daherdie ersten Befehlshaber der Besatzung, wahrend ihrer Ge-fangenschaft, von einem Kriegsgericht zu Tarcagona derEhre und des Lebens für verlustig erklärt, weil sie dieVertheidigung des Schlosses und der Forts nicht fort-gesetzt.

Von den 1 0,000 Mann, welche Suchet zur Ein-schließung und Betreibung der Arbeiten verwendet hatte, wa-ren nur 400 Mann getödtcr worden, wobei der Verlust vonvier Ingenieur-Offiziers besonders bedauert wurde. Derthätigen Geschicklichkeit der Ingenieurs, die durch fortwährende