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Tagebuch während des Krieges zwischen Russland und Preussen einerseits und Frankreich andrerseits, in den Jahren 1806 und 1807 / geschrieben von Carl von Plotho
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den neuen Angriff mit dem Vertrauen, daß ihmeine zahlreiche Armee zu Hälfe gekommen sei, unddaß er nun siegen müsse.

Um 9 Uhr des Abends endlich war die feind-liche Attake abgeschlagen doch nicht wie andresagen, eine Schlacht gewonnen. Das Gefecht, wasgestern den ?ten Februar Nachmittag gegen 2 Uhrangefangen und fortgedauert hatte bis heute gegenAbend, kostete der russischen Armee ungefähr 7000Todte und 16,000 Verwundete und höchstenszo,ooo Russen waren auf dem Schlachtfelde, aufdem die dunkle Nacht lag, - unter den Waffen ihrenFahnen treu geblieben; die ander» trieben sich ver-einzelt als Marodeurs und zwischen den Kolonnender Blessirten und den rückwärts liegenden Dörfernund auf dem Wege nach Königsberg herum. Einsechstagiger Kampf, der sich mit der heutigen bluti-gen Schlacht endigte, hatte, wie natürlich alle Bandeder Ordnung aufgelöst, und selbst dem guten Solda-ten Gehorsam und Pflicht vergessen gemacht. Es fehlteder Zusammenhang im Größer» und Kleinen; hierfehlten Offiziere, dort Soldaten, überall waren Läk-ken, die aufzufinden und auszubessern viele Tage ver-langen. Mit einem Ganzen zwar, aber doch schon ,locker», war die russische Armee auf das Schlacht-feld gekommen; hier aber erhielt das Ganze einenju großen Stoß.

Und doch wirft man dem General Benningsenvor, warum er nicht mit neuem Muthe seine Trup-