angegriffen zu werden, allein die feindlichen Trup-pen, welche sich zeigten, mochten wahrscheinlich nureine Rekognoszirung beabsichtigen. Der GeneralBenningsen rjt,t gleichfalls zu den Vorposten, um denFeind zu erkennen, kehrte aber bald zurück, und dierussische Armee blieb von dunklen Ahnungen gequält,in einer unruhigen Bewegung.
So verstrichen für die Russen 46 volle Stun-den, ohne daß irgend etwas unternommen oder vor-bereitet wurde, und gleichwohl fühlte man mehr alssonst den Werth jedes Augenblicks, und die Nothwen-digkeit, ihn zu benutzen. Daß man richtig gefühlt,aber nicht so gehandelt habe, das leider musten dieRussen gar bald und sehr empfindlich erfahren.
Es war Mittags um 12 Uhr, als der FürstBagrathion plötzlich durch einen Kosaken, von einemauf seinem rechten Flügel bei Kleinenfeldt stehendenPosten die Meldung erhielt, daß das qte CorpS desMarschalls Soult die Passarge passtrt sei, und beiElditten mehrere feindliche Kolonnen debouchirt wä-ren, die nach Wolfsdorf zu, der russischen Hauptar-mes bereits in der rechten Flanke vorrückten.
Es hatte also der Feind die Muße der russi-schen Armee dazu benutzt, um sich zu versammeln,den rechten Flügel der Russen zu umgehen, und sievom L'Estocqschen Corps und von Königsberg abzu-schneiden. Ein großer Fehler war es also aller-dings, daß man an der Passarge nur schwache Postenstehen gelassen hatte; aber was soll man dazu sagen