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Tagebuch während des Krieges zwischen Russland und Preussen einerseits und Frankreich andrerseits, in den Jahren 1806 und 1807 / geschrieben von Carl von Plotho
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297
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neuem wieder angriff und eine maskirte Batterievon 4 « Kanonen auf meinen linken Flügel eröffnete,mich genöthigt sah, meinen Rückzug anzutreten, wel-cher in der besten Ordnung geschah, indem meineArriergarde die ganze Macht des Feindes aufhielt,bis alle meine Truppen über die Z^le waren.

Obgleich mein Verlust wahrend einer 16 ständi-gen Schlacht, und bei dem Defiliern meiner Armeeüber eine Drücke, welche der feindlichen Artillerieausgesetzt war, nicht unbeträchtlich seyn kann/ somuß doch der Feind wenigstens eine gleiche Anzahlverloren haben, da der Angriff mit dem Bajonett,und der von der Kavallerie für ihn mit großem Ver-lust verbunden gewesen ist; und wir vorher ihm denAdler des iZten Linienregiinents genommen hatten.Der Feind hat sonst keine zu Gefangenen gemacht,als die Verwundeten, welche aus der Stadt nichtweggebracht werden konnten; uberdieß hat er bloseinige demontirte Regiments-Stücke und ein paarandere genommen, weil die Pferde davon tobtgeschosi-sen waren. Uebrigens ist unsere ganze Feldartille-rie gerettet.

Ich nehme jetzt mit meiner Armee eine Positionhinter dem Pregel bei Wehlau , indem ich alle ljeber--gange des Flusses bis Königsberg und Jnsterburgbesetzt, und so eine Kommunikation mit dem GeneralL'Estocq wieder eröffnet habe. Sollte der Feind eSwagen über den Pregel zu gehen, so würde ich ihnsogleich angreifen und die Verstärkungen, die bereits