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welche aus einem eigcitds dazu bestimmte«/ sehr leichten, wol«lenen Gewebe — Flaggentuch genannt, — und nicht,wie man im Binnenlande säst allgemein, doch irrig glaubt,aus Serbenstoss verfertigt sind. Ltjkere würde» die Wir-kung der Sonne, der Regens und der Winde weit wenigeraushalten können, folglich die Farben — die hier so wichtigsind, — bald verlieren, und auch weit eher zerreißen und«»brauchbar werden. Man bemüht sich, die Auswahl undJusümmcnsezung dieser Farben so zu treffen, daß sie grellgegen einander abstechen, um sich nicht der Gefahr anSzuse«zen, ein Signal mit dem andern zu verwechseln, woraus ofthöchst nachtheilige Folgen entstehen können.
Line Flagge ist eine Art Fahne von langlicht-vierckig-tcr Gestalt, 6—8 Tllen tief, »nd y—ir Ellen lang. Dieje-nige kürzere Seite, woran sie aufgehißt wird, ist zur Ver-stärkung mit guter Leinwand eingefaßt, und dazwischen eindünnes Lau eingenäht, welches unten und oben zwo hervor-ragende Schleifen bildet, an welche das Fall festgebunden,und vermittelst deffelbcn aufgezogen wird.
Ein Stander bildet ein Droyek, dessen Länge derjeni-gen der Flagge gleich ist. Die Höhe der brcitcrn Seite be-trägt aber kaum die Hälfte der Flaggcnbreitc, und ist da-selbst cbcnfaüS mit Leinwand verstärkt, und um einen zoll-diken Stab — daS Standerholz, — befestigt, welcher ver-mittelst einer Schleife an das Fall gebunden und aufgehißtwerden kann. Das schmale Ende ist auf ejncn Drittel sei-ner Länge «Malten, und bildet folglich zwey ini Winde flat-ternde Spizen, daher der Stander auch wohl ein breiterWimpel genannt wird.