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Historische Nachrichten
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bet Preußischen Armee.
»<)er Ursprung der deutschen Miliz verlieret sich indas graueste Alterthum, u. ist in Dunkelheit gehüllt.Nach Tacitus Nachricht, war im Nothfall jeder, derWehr und Waffen tragen konnte, ein Kriegsmann.Das aufgereizte Volk hob dann unter sich selbst denTüchtigsten zum Heerführer aus, der gewöhnlich,wenn der Sturm vorüber war, feine Gewalt wiederNiederlegte, zuweilen auch als Schiedsrichter beibe-halten wurde.
Das in der Folge entstandene Lehnssystem hattedie berüchtigten Landesaufsttze oder Aufgebote zurFolge. Diejenigen nemlich, welche sich nach diesemSystem zu einer Lchnspflichtverbunden hatten, wur-den aufgefordert, nach Maaßgabe ihrer Verpflichtung,mit allem was zum Feldzuge gehört, gerüstet zu er-scheinen. Der Churfürst ließ alsdann, mit Einwilli-gung seiner Stande, ein allgemeines Landesaufgebotergehen, wie z. B. 151-8 den ra. Nov. ein solches andie Landst. in Brandend, erging. Diese Aufgebotesind in der Geschichte des Kriegswesens sehr wichtig.
In Brandenburg finden wir sie hauptsächlich vonF4.15 an, da Kaiser Srgismund, den zo. April, Frie-drich I. die Churwüröe u den Besitz der Mark Bran-denburg mit völliger Hoheit bewilligte, u. können ihreSpuren bis ins i7te Jahrhundert verfolgen. Sowurde 1625, wegen eines besorgten Einfalls derPoh-len u. Kosaken, ein Landtag gehalten, u. ein allgemeinesAufgebot erlassen. Das ganze Land ward hierdurch